SILLENSTEDE - Das war ein Geniestreich genau passend zum zehnten Jubiläum: Die 'Friesenspieler' aus Sillenstede feierten am Sonnabend mit ihrem neuen Stück 'Grand Hotel d’Amour' eine grandiose Premiere. Das Publikum war begeistert, es gab jede Menge Szenenapplaus und am Schluss wurden die Spieler regelrecht gefeiert. Zuvor hatte die Gruppe zum Sektempfang eingeladen. Die Gratulanten machten die Bedeutung des Theaters für das Dorf deutlich.
Seit zehn Jahren sind die 'Friesenspieler' dafür bekannt, leichte und frisch-fröhlich bis frivole Theaterkost auf die Bühne zu bringen. Immer mit großem Erfolg. Mit dem neuen Stück aber haben sie sich selbst übertroffen. Freunde der unkomplizierten Unterhaltung in bester Dorftheatermanier sollten sich diese Inszenierung auf keinen Fall entgehen lassen. Mit leichter Hand und einem guten Gespür für frechen Witz und komische Charaktere hat Martina Minkner das Lustspiel in drei Akten in Szene gesetzt. Und die Spieler sind mit einer geradezu ansteckenden Spielfreude dabei, was allein das schon ein Spaß ist. Dabei ist es gar nicht möglich, den einen oder anderen besonders herauszustellen, jeder hat hier sein Bestes gegeben.
Waren in den vergangenen Jahren manche Charaktere schon ein wenig festgelegt, so erlebte das Publikum jetzt eine Überraschung nach der anderen. Jürgen Paul zum Beispiel gibt hier den leicht tuntigen Hoteldirektor, der sich stets um die gehobene Sprache bemüht und immer wieder kläglich scheitert. Gerd Thomßen übernimmt die Rolle von Zuhälter Paule (nicht nur das Brusttoupet ist sehenswert), der mit dem Hotelkauf ein gutes Geschäft wittert. Julia König dagegen gibt die naive Prostituierte Trixie, bei der Paule am Ende doch selber ganz schön dumm aussieht. Herrlich auch Bärbel Jacobs als Möchtegerndiva Natascha, die hier ihren ersten Auftritt hat. Genau wie Doris Lieleg, die als Hausköchin gerne mal die Nase über das Essen rümpft. Nicht zu vergessen Thomas Pietsch als berühmter Tenor Cabanelli, dem die Frauen zu Füßen liegen, darunter Hanna Schuster als Sonja Sauer, eine lispelnde 'Jungfrau aus Überzeugung'. Doch sie hat nicht mit Cabanellis Frau gerechnet, zum Schreien komisch gespielt von Gaby Lonkwitz. Alfons Birner ist hier in der Rolle des buchstäblich anrüchigen Herrn Eiswein zu sehen, dem Besitzer einer Großschlachterei. Diese alle kommen in dem abgewrackten Grand-Hotel zusammen, das Pamela Hülten (Margrit Walter) geerbt hat und nun schnellstens wieder loswerden will. Da fürchten auch Hotelpage Max (Florian Ullrich) und das Mädchen für alles Mietzi, (Annelie Büter) um ihre Arbeitsplätze. Rainer Brukner als Reporter dokumentiert das ganze Chaos und das Publikum amüsiert sich einfach herrlich.
Weitere Aufführungen gibt es am Freitag, 22. Februar, und Sonnabend, 23. Februar, sowie Mittwoch, 27. Februar, außerdem am Sonnabend, 2. März, jeweils 20 Uhr und am Sonntag, 3. März, 15 Uhr (mit Kaffeetafel, Spielbeginn ist 16 Uhr) im Sillensteder Hof. Karten für sieben Euro gibt es bei Findus (Schortens), im Kiosk Dörpshop (Sillenstede) und bei Alfons Birner (Tel.: 04423-7707), Weiterhin findet eine Aufführung am Sonntag, 10. März, um 20 Uhr im Bürgerhaus Schortens statt. Hierfür gibt es die Karten nur bei Findus (Schortens).
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