Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Traditionslokal unter neuer Leitung Sillenstedes Dorfkrug wird mit neuem Leben gefüllt

Annette Muschalik

Sillenstede - Seit dem 6. Dezember hat sich mit Svenja Freese-Edinger eine neue Pächterin für den ehemaligen Kultkrug in Sillenstede gefunden. Sie hat sich damit einen Traum erfüllt und knüpft gleichzeitig an eine sehr lange Gaststättentradition an, die in diesen Räumen 1897 mit dem Ehepaar Fimmen begründet wurde und die in der Rückkehr zum Namen „Dorfkrug“ ihren Ausdruck findet.

Die 40-Jährige hat ihre Wurzeln auch in Sillenstede, wuchs hier seit ihrem neunten Lebensjahr auf und kehrte immer wieder hierher zurück, weil sie es „einfach schön findet“. Ihren Beruf als Altenpflegerin musste sie nach 23 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben und so entstand im Herbst letzten Jahres die Idee, die Kneipe als Pächterin zu übernehmen. Ausschlaggebend war auch, dass Freese-Edinger bereits vor zehn Jahren an Wochenenden im damaligen Kultkrug gearbeitet hat und ihr Aufgabe und Räume somit vertraut waren. Anfang November kam dann das „Go“ des neuen Besitzers und in nur viereinhalb Wochen brachte sie mit Freunden und Familie Schankraum, Raucherzimmer und sanitäre Anlagen auf Vordermann. Die Einrichtung konnte im Wesentlichen übernommen werden, wurde aber von einer Menge Ballast befreit, so dass alles nun aufgeräumt und gemütlich in neuem Glanz erstrahlt.

Lesen Sie auch: Markthalle in Jever wieder eröffnet

Schon viele regelmäßige Gäste

Dass sich die Mühe gelohnt hat, zeigte sich schon nach kurzer Zeit. Stammtische von Boßel- und Handballverein sind bereits regelmäßige Gäste. Hinzu kommen Dorfbewohner, Radfahrer aus der Umgebung und auch Hochzeitsgesellschaften, die die Räumlichkeiten zunehmend für sich entdecken. „Viele Menschen kennen mich, das ist ein guter Türöffner und mir hilft auch, dass ich durch die Jahre in der Pflege gelernt habe, auf Menschen zuzugehen.“ Der Umgang mit den Gästen, denen sie einen gemütlichen Treffpunkt anbieten möchte, ist genau das, was ihr Spaß macht. So wie es schon bei ihren Eltern war, die gerne zu Hermann und Anita Loschen gingen, als diese den Dorfkrug 1968 bis Anfang der 2000er Jahre sehr erfolgreich führten. Festsaal und Kegelbahn stehen seit 2004 zwar nicht mehr zur Verfügung, aber neben beliebten Gesellschaftsspielen sorgen heute ein Billard- und ein Kickertisch für Unterhaltung. Im separaten Raucherzimmer kann außerdem Dart gespielt werden. Musikalische Untermalung kommt unterdessen von einer Musikbox, bei der aus 80 000 Titeln ausgewählt werden kann.

Mottopartys, Karaokeabende und Wiedereröffnung des Biergartens

In Zukunft möchte Freese-Edinger gerne die Anregung ihrer Gäste aufnehmen und Mottopartys und Karaokeabende anbieten. Besonders am Herzen liegt ihr aber auch die Wiedereröffnung des Biergartens. Schon zu Zeiten des Ehepaares Fimmen, Anfang des 20. Jahrhunderts, war der Garten als besonders schön bekannt und das Gasthaus insbesondere in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugslokal. Und es gibt noch eine Tradition, an die Freese-Edinger gerne wieder anknüpfen möchte. Ende der 50er Jahre war es das Pächterehepaar Conrad, das im Dorfkrug einen der ersten Fernseher in Sillenstede aufstellte. So traf man sich dort abends, um Fußball oder ähnliches zu gucken. Und eine Leinwand, auf der die Bundesligaspiele zu sehen sind, wäre auch ganz nach dem Geschmack der neuen Pächterin. „Dann kann ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.“

Im nächsten Schritt sollen aber erst mal wieder Umzugskartons gepackt werden. Nach dem Eigentümerwechsel 2004 und einem Großbrand 2010, der die Gasträume zum Glück weitestgehend verschonte, befinden sich heute in dem Gebäudekomplex noch vier Wohnungen. Von denen wird die alleinerziehende Mutter mit ihrem elfjährigen Sohn die Oberwohnung beziehen. „Dann“, so Freese-Edinger, „können auch die Öffnungszeiten erweitert werden.“

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham