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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Schortens

Vögel früher im Schweinestall versteckt

17.09.2016

Schortens Schon als Jugendlicher hat Karl Wilts Tauben gefangen und gehalten – damals aber noch heimlich, auf dem Dachboden. „Meine Eltern durften das nicht wissen“, erinnert sich der heute 73-Jährige schmunzelnd. Inzwischen ist das natürlich kein Geheimnis mehr. Immerhin ist Karl Wilts dann auch in den Brieftaubenverein Heimatliebe Heidmühle eingetreten – so ganz offiziell. Am Donnerstag hat der Verein sein 65-jähriges Bestehen gefeiert.

1951 wurde der Verein unter anderem von Heinrich Janssen gegründet, der auch erster Vorsitzender war. Karl Wilts trat dann fünf Jahre später ein, mit nur zwölf Jahren. „Das ist heute nicht mehr so üblich, der Nachwuchs fehlt uns“, sagt Wilts.

Ein Grund könnte sein, dass die Tauben heute ganz anders gezüchtet werden als früher. Das kann sich zumindest Hans Peter Becker vorstellen. Er ist inzwischen der Vorsitzende des Vereins, seit 27 Jahren. „Die Tauben werden hochgezüchtet, so dass sie viel mehr Leistung erbringen sollen und können“, sagt Becker. „Sie sind zu richtigen Athleten geworden und brauchen viel mehr Pflege als früher, sie müssen stets trainiert werden und regelmäßig fliegen.“

Alles also sehr zeitintensiv – für junge Menschen vielleicht zu zeitaufwendig, meint Becker. „Somit bin ich selbst der Jugendliche hier“, sagt er augenzwinkend. „Mit 68 Jahren.“

Auch er erinnert sich noch ganz genau daran, wie sein Interesse an Tauben geweckt wurde. Auch er war damals noch Jugendlicher. „Überall habe ich nach den Tieren gesucht und versucht, welche zu ergattern“, sagt der 68-Jährige. Am besten ging das übrigens vor dem Bäcker in Schortens – dort hat Hans Peter Becker sie dann mit Körnern von den Brötchen angelockt und gefangen.

Seine Eltern waren davon nicht begeistert. „Die bringen nichts ein, hat mein Vater gesagt. Anders als Kaninchen, die könnte man ja wenigstens schlachten“, sagt Becker und lacht. „Dann habe ich die Tauben halt im Schweinestall versteckt.“ Da muss Karl Wilts auch lachen. „Ja ja, so war das damals.“

Heute muss kein Vogel mehr versteckt werden. Im Gegenteil: Der Verein wird sogar von der Stadt unterstützt. Es gibt am Huntsteert einen Vereinsraum mitsamt Ausstellungshalle, in denen die Tauben regelmäßig präsentiert werden. Einmal im Jahr gibt es einen Taubenauflass.

„Mal sehen, wie lange das noch so weiter geht“, überlegen Karl Wilts und Hans Peter Becker. Denn was viele vergessen: das Hobby kann sehr anstrengend sein. „Man muss sich viel bewegen, die Tauben einfangen, sich dafür bücken – wenn man älter wird, geht das alles nicht mehr leicht“, sagt Becker.

Aber so lange er das noch schafft, bleibt er im Verein. Und das nicht nur aus Liebe zum Tier. „Das Vereinsleben macht die Sache doch erst richtig schön.“

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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