Hannover - Abitur in Niedersachsen künftig mit Arabisch? Ja, sagt die rot-grüne Regierungskoalition und stellte dazu am Mittwoch die Weichen im Landtag.
„Jedes vierte Kind bringt einen großen Schatz mit – seine Herkunftssprache“, weist der Grünen-Politiker Heiner Scholing auf die vielen jungen Migranten in Niedersachsen hin. Ihnen will Rot/Grün eine Chance geben, auch in der Schule die Herkunftssprache zu nutzen – bis hin als zweite oder dritten Sprache im Abitur. Auch Arabisch.
Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) verweist auf die existierende Bandbreite des Sprachangebots in Schulen. Das reicht von den Klassikern Englisch, Französisch und Latein bis beispielsweise Russisch, Polnisch, Hebräisch, Griechisch, Japanisch und Chinesisch. „4379 Schüler lernen bereits Türkisch“, ergänzt die Ministerin, die nur Vorteile entdecken mag: „Sprachen verbinden.“ Oder wie die SPD-Schulexpertin Karin Logemann formuliert: „Mehrsprachigkeit liegt im Trend. Wer polyglott ist, hat bessere Chancen im Job.“
Der CDU-Schulpolitiker Clemens Lammerskitten teilt nicht ganz die Begeisterung. „Unterricht in der Herkunftssprache ist sinnvoll. Im Sinne der Integration muss aber die Vermittlung von Deutsch in Kitas und Schulen im Vordergrund stehen. Davon steht leider nichts in dem rot-grünen Antrag“, sagt Lammerskitten.
