Von Thomas Hellmold
Frage:
Frau Wilhelmer, das mit der Einführung der Bachelor/Master-Studiengänge verfolgte Ziel, Studierende zu mehr Auslandsaufenthalten zu ermuntern, wird einer Untersuchung zufolge verfehlt. Gilt dieses Ergebnis für Oldenburg auch?Wilhelmer:
Ja, diese Tendenz können wir an der Universität Oldenburg seit der Umstellung auf Bachelor/Master vor drei Jahren ebenfalls beobachten. In diesem Jahr werden die ersten Bachelor-Absolventen bei uns fertig; nur wenige von ihnen konnten sich den Luxus eines Auslandssemesters leisten.Frage:
Woran liegt das?Wilhelmer:
Durch die festgelegten Module in den neuen Studiengängen ist der Studienplan so eng gestrickt, dass die Studierenden kaum eine Möglichkeit haben, ins Ausland zu gehen. Es fehlt ihnen schlicht die Zeit. Normalerweise ist nach dem dritten oder vierten Fachsemester der richtige Zeitpunkt, um für ein oder zwei Semester ins Ausland zu gehen. Da das Bachelorstudium aber bereits nach insgesamt sechs Semestern abgeschlossen sein soll, fällt der Abstecher ins Ausland praktisch flach.Frage:
Dabei macht sich Auslandserfahrung bei Bewerbungsgesprächen nicht schlecht, oder?Wilhelmer:
Natürlich! Es belastet uns, dass die Zahlen heruntergegangen sind. Wir würden es sehr befürworten, wenn so genannte Auslandsfenster Bestandteil des Studienplans wären und damit eine Pflicht. Solche „Fenster“ haben wir derzeit aber nur im Fach Anglistik. Bei allen anderen leider nicht.thema: Gast-Semester
Helga Wilhelmer, Dezernentin für
Akademische Angelegenheiten der UNI
