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FRAGE:
Sie haben gemeinsam mit Peter Waskönig im Mai das Buch „Mehr Lust als Last?“ über die Herausforderungen und Erfolge der Universität Oldenburg seit 1974 herausgebracht. Wie sind die Reaktionen auf das Buch?
HARMS
: Wir haben nach der Präsentation eigentlich nur positive Reaktionen gehabt. Viele interessieren sich offensichtlich besonders für die Anfangsjahre mit den vielen Missverständnissen und Auseinandersetzungen. Die Universität war damals ein Fremdkörper in der Stadt, ein gewolltes, aber ungeliebtes Kind.
FRAGE:
Wie beurteilen Sie diese Anfangsjahre?
HARMS
: Sie sind besser als ihr Ruf. Der Reformwille in der Universität hat nicht nur manchen Übereifer, sondern auch neues Denken ermöglicht. Damals wurden die Grundsteine für das heutige Profil gelegt. Es waren die Professoren der ersten Generation, die sich Mitte der 70er Jahre Themen wie den erneuerbaren Energien, der Ressourcen- und der Umweltforschung in vielen anderen Bereichen – darunter die Meeresforschung – widmeten. Das aber lag nicht im Mainstream, sondern wurde eher mit Argwohn betrachtet. Heute wissen wir, wie wichtig diese Forschung tatsächlich ist. Übrigens wurde mit Start der Uni auch die Akustikforschung begründet, aus der die heute weltweit anerkannte Hörforschung hervorgegangen ist.
FRAGE:
Wie hat sich denn die Stimmung zum Guten gewandelt?
HARMS
: Da spielen viele Faktoren eine Rolle: Zum einen fand die Oldenburger Forschung immer mehr Anerkennung, gleichzeitig gab es auch größere Bemühungen, Kontakte in die Region zu knüpfen und mit der Wirtschaft zusammenzuarbeiten. Eine besondere Rolle hat in diesem Prozess die Informatik gespielt, ohne die das IT-Quartier gar nicht denkbar wäre. Hier wird die Bedeutung der Universität für die Stadt heute besonders sichtbar. Der Weg dahin war kein leichter, aber letztlich ein sehr erfolgreicher.
Gerhard Harms
war von 1974 bis 2009 Leiter Presse & Kommunikation der Uni Oldenburg. Der 66-Jährige hat zusammen mit dem Unternehmer Peter Waskönig das Buch „Mehr Lust als Last?“ herausgegeben ( BIS-Verlag, ISBN 978-3-8142-2239-4, 12,90 Euro).