• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Bildung

Wissenschaft: Auf der Suche nach der idealen Arzt-Ausbildung

08.11.2010

MüNCHEN „Medizin“, sagt Professor Dr. Dr. Klaus Peter, „verändert alles.“

Der Anästhesist muss es wissen: Er war Ärztlicher Direktor des Klinikums der Universität München, er erhielt für sein medizinisches Wirken das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen Verdienstorden, und jetzt behindert ihn die Medizin gerade ein bisschen; eine frische Meniskus-Operation zwingt ihn dazu, sein Bein hochzulegen.

Der 72-Jährige sitzt also auf zwei Stühlen in seinem geräumigen Büro im Münchner Innenstadt-Klinikum, hinter seinem Rücken schmücken Urkunden und Ehrbezeigungen die Wand. „Eine Region gewinnt enorm durch so eine universitäre Einrichtung“, sagt Peter: Die Medizinische Versorgung sei eine andere, „in einem Uni-Klinikum müssen Ärzte anders denken“; die Population verändere sich, „die besten Köpfe kommen her“; das Renommee der Universität wachse, „schon durch die Größenordnung“.

Denn die Medizin, so Peter weiter, mache an vielen Hochschulen bis zu 40 Prozent der Masse aus – gemessen am Etat, an Studentenzahlen, an Lehrkräften, am Forschungsaufkommen.

1988 ernannte das Bayerische Wissenschaftsministerium deshalb Peter zum Vorsitzenden des Strukturausschusses für die Errichtung der Mediziner-Ausbildungsstätte an der Uni Regensburg. Der Ausschuss sollte ein Konzept entwickeln, das Regensburg einen „besonders konkurrenzfähigen Platz“ gegenüber anderen Medizin-Fakultäten in Bayern und Deutschland einräumen sollte. „Das war wunderbar“, sagt Peter 22 Jahre später.

„Es war für uns alle eine einmalige Gelegenheit im Leben, eine Medizin-Fakultät aus dem Stand heraus zu gestalten“, erinnert sich der Arzt fröhlich. Die Räumlichkeiten, die Zahl der Lehrstühle, die Berufung der Professoren, die Vernetzung mit anderen Fachbereichen an der Uni – es war eine Chance, die ideale Mediziner-Ausbildung zu schaffen. „Regensburg ist tatsächlich etwas Besonderes geworden“, sagt Peter heute: „Das ist eine richtig gute Fakultät.“

Vor kurzem tagte nun eine weitere Kommission um Peter, es ging um eine Mediziner-Ausbildung in Augsburg. Der Abschlussbericht liegt vor, „wir sind zu dem Schluss gekommen: Deutschland hat keinen Bedarf an mehr Medizinstudenten – es hat einen Bedarf an Ärzten.“ Es gebe genügend Absolventen, aber zu wenige von ihnen gingen anschließend in die praktische Medizin. Augsburg muss wohl weiter warten.

Wer heute einen Medizin-Studiengang schaffen wolle, sollte anders denken, meint Peter. Vielleicht so wie die Salzburger, die eine private Medizin-Hochschule geschaffen haben, „sehr elitär, sehr erfolgreich: Die haben gesagt, wir möchten der Region eine Stimulanz geben. Wir wollen die Medizin besser machen in unserer Region.“

Klaus Peter greift zu seinen Krücken und humpelt aus dem Büro. Er lächelt, schon bald soll er wieder Sport treiben können. Medizin verändert eben alles.

NWZ-Jobs.de
Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2020
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.