AUGUSTFEHN - Über mangelnden Besuch kann sich Jugendpfleger Renke Thye auch an diesem Freitag nicht beklagen. Rund 15 Jugendliche der Gemeinde haben sich wieder im Jugendtreff an der Haupt- und Realschule (HRS) Augustfehn eingefunden, um zu Abend zu essen und das breite Angebot der Einrichtung zu nutzen. Gelegenheit auf der faulen Haut zu liegen haben sie heute nicht. „Partizipation wird hier groß geschrieben, alle müssen mit anpacken, beim einkaufen, beim Tisch decken und auch beim anschließenden Aufräumen“, berichtet Thye.
Motive zieren Leinwände
Und auch sonst ist viel los in der Jugendeinrichtung, die zwar bereits seit Januar eröffnet ist, aber nach und nach mehr an Profil gewinnt. Dies liegt vor allem daran, das die Jugendlichen auch an der inneren Gestaltung des Treffs teilhaben. So schmücken die Wände der Küche einige von Schülern bemalte Leinwände mit bunten Motiven. Weitere sollen dazu kommen. Auch in der Mensa der Schule finden sich Bilder, die hier seit einiger Zeit ausgestellt sind.
Ein Höhepunkt für die Jugendlichen ist sicherlich die Mediothek – die Schulbibliothek, die sich am Nachmittag in einen Computerraum verwandelt. Seit dem Ende der Herbstferien sind endlich alle acht Rechner funktionstüchtig.
„Weg da, ich will zocken“, scherzt der 15-jährige Tanno, als es ein kurzes Gedränge um die Plätze an den Rechnern gibt. Doch stundenlanges Spielen ist hier ohnehin nicht vorgesehen. „Nur 30 Minuten pro Person“, sagt Thye, die Gemeinschaft und der ungezwungene soziale Kontakt untereinander stehe hier im Vordergrund.
Und die Jugendlichen sehen das ähnlich. „Ich bin wegen der Gesellschaft hier“, sagt die 18-jährige Jennifer. Die angehende Hauswirtschafterin hilft Renke Thye oftmals beim Einkaufen für das Abendessen freitags. „Ab 18 Uhr, wenn die unter 14-jährigen nach Hause müssen, ist man hier unter sich, man kann hier bleiben oder sich auch nur mit Freunden treffen, um den Abend dann woanders zu verbringen“, beschreibt der 16-jährige Pascal die Vorzüge.
Einige der Anwesenden nutzen den Treff aber auch um Erfahrungen für ihren weiteren Berufsweg zu sammeln, wie die 19-jährige Nadine, die gegenwärtig eine Ausbildung zur Sozialassistentin absolviert. „Da ich in einem Kindergarten tätig bin, ist es für mich sinnvoll, hier Erfahrungen mit Jugendlichen zu sammeln, das bringt mich schon weiter, sagt sie. Sie und die 18-jährige Franziska machten kürzlich einen Kursus zur Jugendgruppenleiterin in Bad Zwischenahn. Als eine Art Schlussaufgabe planen die beiden die Jahresabschlussfeier im Jugendtreff Ende Dezember.
Vorfreude auf Aufgaben
Dort soll dann die Schulband der HRS aufspielen. Und auch die Theater-AG werde etwas aufführen. Die Planung sei aber noch nicht so weit, sagen die beiden „Prüflinge“. „Eigentlich haben wir gerade erst von unserem Glück erfahren“, sagt Franziska und lacht. Dennoch freuen sich beide auf die Aufgabe, schließlich gehöre das Mitmachen zum festen Konzept der Einrichtung und beide seien schließlich stets freiwillig hier.
