Hannover/Gütersloh - Niedersachsen hat bei der Betreuung der Unter-Dreijährigen erheblichen Nachholbedarf. Das ergibt sich aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung. Das Bundesland ist zusammen mit Hamburg Schlusslicht unter den westdeutschen Bundesländern.

In Niedersachsen kommen auf eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft durchschnittlich 4,1 Krippenkinder. Im westdeutschen Durchschnitt sind es nur 3,6 Kinder pro Erzieherin.

Kultus-Staatssekretärin Erika Huxhold wies darauf hin, dass Niedersachsen seit 2015 die Kosten für eine dritte Fachkraft in Krippen übernimmt. Damit werde sich der Personalschlüssel verbessern.

Baden-Württemberg hat bereits jetzt erheblich mehr für das Personal in Krippen ausgegeben, sagte Anette Stein, die die Untersuchung für die Bertelsmann-Stiftung leitete, auf Nachfrage der NWZ . Im Schnitt kommen 3,1 Krippenkinder dort auf eine Erzieherin. Bremen liegt laut Bertelsmann-Studie auf Platz zwei mit 3,2 Krippenkindern pro Erzieherin. In Ostdeutschland liegt der Personalschlüssel hingegen bei 1 zu 6,1.

Bei den älteren Kindern sieht es auch in Niedersachsen besser aus: Bei den Über-Dreijährigen beträgt der Betreuungsschlüssel 8,6 Kinder pro Fachkraft. Das ist bundesweit der drittbeste Wert nach Baden-Württemberg (7,1 Kindergartenkinder pro Erzieherin) und Bremen (7,8).

Nach Empfehlungen der Bertelsmann-Stiftung sollte bei den Unter-Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich sein. Für die Altersgruppe ab drei Jahren wird eine Fachkraft auf maximal 7,5 Kinder empfohlen. „Das tatsächliche Betreuungsverhältnis fällt im Kita-Alltag ohnehin ungünstiger aus“, sagte Stein.