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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung Bildung

„el Camino 2013“: Beim Pilgern ist der Weg das Ziel

28.05.2013

Steinfeld /Damme /Westerstede Die Reifen eines Fahrrades graben sich in den schlammigen Waldweg – nicht zwei, sondern drei. Die Frau auf dem Dreirad kämpft gegen die Steigung, aber nicht allein: Hinter ihr läuft ein anderer Pilger, gut zu Fuß und voller Kraft, der das Fahrrad vor sich her schiebt, mit Schwung und unverkennbarem Ehrgeiz. Szenen wie diese erklären, worum es bei der Pilger-Wallfahrt „El Camino“ geht: dass Menschen gemeinsam auf einem Weg sind, egal ob mit oder ohne geistige, psychische oder körperliche Behinderung.

„Gerade die Probleme und Widrigkeiten auf dem Weg fördern den Zusammenhalt“, bringt es Streckenwart Georg Bruns auf den Punkt.

„El Camino“ ist ein bundesweit einmaliges Projekt. Vom 21. bis 30. Mai gehen mehr als 1600 Menschen mit und ohne Behinderung ein Stück des Jakobswegs von Kirchweyhe bei Bremen nach Wallenhorst-Rulle bei Osnabrück. Dabei sind Einzelgänger und Kirchengemeinden, Schulen und viele andere Einrichtungen. Auch katholisch müssen die Teilnehmer nicht sein. Das beweist die Delegation aus dem Ammerland.

Auf Initiative von Andreas Retzlaff, Vorsitzender des Behindertenbeirats Ammerland, haben sich Schüler der Berufsbildenden Schulen Ammerland mit Menschen aus verschiedenen Einrichtungen zusammengetan, um gemeinsam die siebte Etappe des „El Camino“-Pilgerwegs zu gehen: von Steinfeld nach Damme. Am Montag trafen sich die Ammerländer an der Kirche in Steinfeld, um von da aus mit mehr als 200 anderen Pilgern aufzubrechen.

Andreas Retzlaff hatte von dem Pilgerprojekt erfahren und sich an die Berufsbildenden Schulen gewandt, um Mitstreiter zu gewinnen. Die Lehrerinnen Hanna Brunkhorst und Britta Lafer hatten sich gekümmert und Schüler aus einer Berufsvorbereitungsklasse – sieben junge Männer aus Afghanistan – für die Idee begeistern können. Sie begleiteten am Montag Menschen aus verschiedenen Einrichtungen, die dem Gemeinnützigen Paritätischen Sozialverband angehören, darunter die Werkstatt Westerscheps, das Berufsbildungszentrum Ammerland und die Artec Ammerland, eine Einrichtung zur beruflichen Rehabilitation von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Kurz: Ein bunter Haufen ganz unterschiedlicher Leute schlenderte am Montag durch den saftig grünen Wald in den Dammer Bergen. Einige sind katholisch, andere evangelisch, muslimischen Glaubens oder konfessionslos. „Es macht Spaß, zusammen hier spazieren zu gehen und dabei auch anderen zu helfen“, kommentiert einer der afghanischen Jugendlichen die Pilger-Aktion. Wenig später wird er einem anderen Pilger den Rucksack abnehmen. Der Rucksackträger hatte ihn nicht dazu aufgefordert, aber der Schüler der Berufsschule konnte sehen, dass das Gepäck beim Laufen mit Gehhilfen stört.

„Die Leute sind total motiviert, auch die Schulklassen laufen hier nicht nörgelnd durch die Gegend“, sagt Johannes Hörnemann vom Offizialat Vechta. Und er hat eindeutig recht. Die Pilger singen auf ihrem Weg, führen Gespräche, schließen Freundschaften. So wie Andreas und Enrico aus dem Ammerland, die sich auf der Strecke kennen gelernt haben. „Wir sind Musiker-Kollegen“, erklärt Andreas und strahlt.

Mit dabei ist auch Thomas Bruhn aus Brake (Landkreis Wesermarsch). „Ich wollte schon immer mal den Jakobsweg rollen“, sagt er. Da er aber viel Hilfe brauchen würde, um auf spanischen Wegen nach Santiago de Compostela zu fahren, ist er mit seinem Rollstuhl das ganze Jahr über auf anderen Wegen unterwegs, wenn nicht gerade „El Camino“ ist. „Ich glaube, jeder Mensch geht immer wieder und zu jeder Zeit auf seinem eigenen Jakobsweg“, meint Bruhn. Er gibt Gas, so dass die Räder seines elektrischen Rollstuhls Furchen in den Waldweg ziehen.

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Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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