BERLIN/HAMBURG - Nach den schlechten Ergebnissen beim Pisa-Test sieht der neue „Bildungsmonitor 2007“ erstmals eine Trendwende in der Bildung. „Alle Bundesländer haben ihre Bildungssysteme klar verbessern können“, sagte der Geschäftsführer der Initiative neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), Max A. Höfer, am Dienstag in Berlin. Im Auftrag der INSM hatte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) die Studie erarbeitet. Sie bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und 100 Indikatoren, inwieweit das Bildungssystem eines Bundeslandes einen Beitrag zu mehr Wachstum leistet.
Auch in Niedersachsen hat sich die Bildungssituation verbessert. Laut „Bildungsmonitor“ wurden die größten Verbesserungen gegenüber der Vorgängerstudie 2004 bei der Effizienz der Hochschulausbildung und der Förder-Infrastruktur erreicht. Kritisch wurden die Betreuungsbedingungen an den Schulen, die ungleichen Bildungschancen sowie der geringe Beitrag der Hochschulen zur Forschungsförderung bewertet.
Unter den 16 Bundesländern nimmt Niedersachsen damit den sechsten Rang ein (2004: Platz 9). Ganz vorne landeten Sachsen, Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern. Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann (CDU) begrüßte das Ergebnis. Er sieht das Land „gut aufgestellt“. Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) erklärte, die weit fortgeschrittene Umstellung auf die Bachelor- und Masterstudiengänge habe sich ausgezahlt.
Kritik kam von der Opposition. SPD-Schulexpertin Ingrid Eckel mahnte eine „schnelle und gründliche Verbesserung“ der Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund an. Ina Korter (Grüne) sagte der NWZ : „Größte Schwäche ist, dass wir fast zehn Prozent Schulabgänger ohne Abschluss haben.“ Korter rügte auch den Abbau von Studienplätzen.
Niedersachsen, S.6
