BERNE/HUDE - 32 Jahre sind inzwischen vergangen, seitdem die Klassen 10a und 10b ihr Abschlusszeugnis der Realschule Berne in der Hand hielten. Zum zweiten Klassentreffen – das erste fand vor zwölf Jahren in Berne statt – fanden sich die ehemaligen Schüler der Parallelklassen in der Klosterschänke zusammen.

Und so standen dann nach langer Zeit wieder die Berner „Leute vom Deich" den „Zugfahrern" aus Hude gegenüber. „Von dieser künstlich aufgebauschten Rivalität vergangener Tage ist heute aber nichts mehr zu spüren“, berichtet Bernd Hedenkamp. Alle hätten gelernt, über den Klassenrand hinweg zu schauen.

„Die ganze Truppe ist recht bodenständig geblieben“, erzählt Hedenkamp weiter – wenngleich sich mehrere Ex-Mitschüler über das gesamte Bundesgebiet verstreut hätten. Das bei einigen Klassentreffen übliche Präsentieren materieller Werte „Mein Haus, mein Boot, meine Frau..." fand nicht statt. Ganz im Gegenteil. Gerade die persönlichen Probleme des Alltags fanden Anteilnahme.

Ein Schmunzeln löste der Sinneswandel eines ehemaligen Mitschüler aus, der seine Identität komplett gewechselt hat und jetzt mit neuem Vor- und Nachnamen in der näheren Umgebung lebt und seinen künstlerischen Vorlieben nachgeht. Ähnlich verfährt ein weiterer Mitschüler, der in Frankreich lebt und seiner alten Heimat abweisend gegenüber steht.

Auch wenn sich alle bester Gesundheit erfreuten, so wurde hier und da über die Endlichkeit des Lebens philosophiert und auf einen kürzen Abstand zum nächsten Treffen gedrungen.

Weit nach Mitternacht war es dann, als die Stühle hochgestellt wurden. „Übrigens von den Gästen aus Berne“, berichtet Hedenkamp als kleinen Seitenhieb auf die alte Rivalität.