BERUFSBERATUNG DER AGENTUR FüR ARBEIT GIBT TIPPS ZUR BERUFS- UND STUDIENWAHL - Was in den meisten östlichen Bundesländern schon seit vielen Jahren der Regelfall ist, erleben die westlichen derzeit und in den nächsten Jahren: Das Abitur nach zwölf Jahren. Den Beginn machte 2009 das Saarland, Hamburg folgt in diesem Jahr. 2011 ist es in Niedersachsen und Bayern soweit. Abschließend wird 2016 Schleswig-Holstein letztmalig einen Doppel-Abiturjahrgang aus den Gymnasien entlassen, wobei auch Bewerber der vorhergehenden Jahrgänge ohne Studien- oder Ausbildungsplatz jeweils mit den folgenden zusätzlich konkurrieren werden.
In Niedersachsen werden im nächsten Jahr an den allgemeinbildenden Gymnasien gleichzeitig der erste Abiturjahrgang nach zwölf und der letzte nach 13 Jahren Schule verabschiedet. Die Gesamtschulen folgen erst ab 2018, während die Fachgymnasien die allgemeine Hochschulreife auch weiterhin in Form einer dreijährigen gymnasialen Oberstufe vermitteln werden und damit das Abitur nach Jahrgangsstufe 13 beibehalten. Die Absolventen des Jahres 2011 stehen dadurch vor dem Problem des steigenden Andrangs auf Studien- und Ausbildungsplätze.
Zwar sieht der vor dem Hintergrund des Doppel-Abiturjahrgangs geschlossene Hochschulpakt die Einrichtung von zusätzlichen 11 000 Studienplätzen bis 2010 und weiteren 6000 bis 2011 vor, doch ist besonders in den ohnehin schon besonders beliebten Studiengängen mit Engpässen zu rechnen.
Bei bereits jetzt zulassungsbeschränkten Studiengängen ist davon auszugehen, dass die Hürden in Form von erforderlichen Durchschnittsnoten, der Anzahl der Wartesemester aber auch weiterer Kriterien im Rahmen der internen Auswahlverfahren der Hochschulen höher werden. Genauso können bisher zulassungsfreie Studiengänge künftig einen Numerus Clausus (NC) haben – zumindest profilaktisch, um sich die Möglichkeit der Auswahl offen zu halten, falls die Bewerberzahl die der Studienplätze übersteigen wird.
Einem Verdrängungswettbewerb auf dem Ausbildungsstellenmarkt steht die Hoffnung entgegen, dass Arbeitgeber aufgrund der nachfolgenden geburtenschwachen Jahrgänge genügend Stellen anbieten, um einem später umso größeren Fachkräftemangel rechtzeitig entgegen zu wirken.
Allerdings machen viele Arbeitgeber ihr Ausbildungsstellenangebot auch von der Entwicklung der wirtschaftlichen Lage abhängig, die trotz vieler Bemühungen einem größeren Ausbildungsstellenangebot im Wege stehen kann.
Abiturienten bewarben sich auch in der Vergangenheit mit Blick auf ein zulassungsbeschränktes Studium oft auf eine möglichst zum Studium passende Berufsausbildung, um die Wartezeit auf einen Studienplatz zu überbrücken oder durch die Ausbildung die Zulassungschancen zusätzlich zu verbessern.
