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FRAGE:
Was verbirgt sich hinter dem Begriff Inklusion und was sind die Ziele?
SCHULZE
: Im Sinne der Sonder- und Rehabilitationspädagogik bezieht sich Inklusion auf das gemeinsame Lernen, aber auch Lehren für Menschen mit und ohne Behinderungen. Sie findet somit während der schulischen Ausbildung, aber auch vor und nach der Schule statt. Inklusion schließt die gesamte Lebensphase ein. Es geht um die Aktivierung und die Teilhabe in allen Lebensbereichen.
FRAGE:
Wie wurde die Inklusion bis heute an der Universität Oldenburg umgesetzt ?
SCHULZE
: In manchen Dingen sind wir schon weiter, als man auf dem ersten Blick erkennen kann. Im Bereich der Pädagogik gibt es schon lange gemeinsame Kooperationsveranstaltungen zwischen der allgemeinen Pädagogik und der Sonder- und Rehabilitationspädagogik. Hier muss aber kontinuierlich weitergearbeitet werden. Seit sechs Jahren gibt es das Projekt „Hör-Sensible Universität“, das Studierende mit Beeinträchtigungen bei der Inklusion in die Universität unterstützen soll. Inzwischen wurde das Projekt ausgeweitet, und viele Studierende in besonderen Problemlagen wenden sich an uns. Das Projekt wurde im Jahr 2010 durch den Deutschen Stifterverband ausgezeichnet.
FRAGE:
Auf welche Einrichtungen und Personenkreise hat die Inklusion der Betroffenen zukünftig Auswirkungen?
SCHULZE
: Wir bauen gegenwärtig Kooperationen zu den landesärztlichen Diensten sowie den Gesundheitsämtern auf. Das bedeutet, auch Ärzte und Therapeuten erkennen, dass Kinder und Jugendliche nicht nur in bestimmten Einrichtungen Betreuung finden, sondern zunehmend auch in inklusiven Bildungsangeboten unterstützt werden müssen. In diesen Prozess sollen auch die Familien mit einbezogen werden.
FRAGE:
Wie wurden die Inklusions-Maßnahmen bisher an der Uni Oldenburg aufgenommen?
SCHULZE
: Durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit haben wir eine gute Grundlage für die Inklusion von Studierenden mit und ohne Beeinträchtigungen geschaffen. Inzwischen entscheiden sich auch Studierende mit Beeinträchtigungen im Hören für uns. In Zusammenarbeit mit der Bibliothek konnten unter anderem zwei hörsensible Arbeitsräume eingerichtet werden.
Prof. Dr. Gisela Schulze
ist am Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik an der Universität Oldenburg tätig. Dort findet am 30. November 2011 um 9 Uhr im Bibliothekssaal, Campus Haarentor, eine Podiumsdiskussion zum Thema Inklusion statt.