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Betteln und Feilschen um Zehntelnoten

THOMAS HELLMOLD

Frage:

Herr Dr. Meyer, Sie haben schon vor Jahren auf unnötigen Prüfungsdruck nach der Umstellung auf Bachelor/Masterstudiengänge hingewiesen und jetzt bei Ihrer Emeritierungsfeier entsprechende Wunschvorstellungen geäußert. Fühlen Sie sich durch die Reformankündigung der Uni bestätigt?

Meyer:

Das wurde höchste Zeit. Ich wünsche mir, dass das pausenlose Zensieren der Bachelor- und Masterstudierenden um die Hälfte reduziert wird. Zurzeit müssen wir alles, wirklich alles abprüfen, was studiert worden ist. Das gab es nie zuvor, und das führt zu Konsequenzen, die meiner Vorstellung von guter Lehrerausbildung deutlich zuwiderlaufen.

Frage:

Was sind denn die Konsequenzen?

Meyer:

Wir praktizieren – nicht allein in der Lehrerausbildung – eine hochschuldidaktische Monokultur von Vorlesung mit Klausur und Seminar mit Referat. Wir provozieren das massenhafte Schwänzen in Pflichtveranstaltungen ohne Klausur. Und wir erdulden das massenhafte Betteln und Feilschen um Zehntelnoten. Das ist ein unwürdiger Zustand für beide Seiten, in dem die Konkurrenz zum Leitprinzip der Bildung gemacht worden ist.

Frage:

Lässt sich der Bologna-Prozess denn nach fünf Jahren wieder umkehren?

Meyer:

Die Grundsatzentscheidung von Bologna – nämlich die Studienstrukturen in Europa anzugleichen – ist okay. Aber bei der Umsetzung haben wir in Deutschland Fehler gemacht, die dringend korrigiert werden müssen. Insofern bin ich wirklich froh, dass die Uni Oldenburg nun die fälligen Korrekturen vornehmen will.

thema: Zu viele Prüfungen

Dr. Hilbert Meyer, Pädagogikprofessor an der Universität Oldenburg

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