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Universität Bremen Von „roter Uni“ zur Elite-Hochschule

Vera Jansen

BREMEN - Die Bremer Universität ist längst erwachsen geworden. Spitzenforschung sowie enge Kooperationen mit Instituten und Privatunternehmen hat aus der in den 70er Jahren umstrittenen Hochschule eine nicht nur bundesweit anerkannte Einrichtung gemacht. Als sie am 14. Oktober 1971 den Lehrbetrieb als „Reform-Uni“ mit 420 Studenten und 80 Hochschullehrern aufnahm, hatte es zuvor um das Konzept schwere politische Auseinandersetzungen in der Stadt gegeben. Noch vor ihrer Eröffnung war die Koalition aus SPD und FDP auseinandergebrochen.

„Harte Zeiten hinter uns“

„Wir haben ganz harte Zeiten und viele Kontroversen gehabt“, erinnert sich der heutige Uni-Rektor, Prof. Wilfried Müller. Er kam 1976 nach Bremen und zählte mit seinen 31 Jahren zu den vielen jungen Professoren der Hochschule. Als Sozialwissenschaftler sei er damals mit der Grundidee einverstanden gewesen und „ganz bewusst“ nach Bremen gekommen. „Die öffentliche Wahrnehmung war dagegen außerordentlich kritisch, das „Bremer Modell“ wurde von vielen nicht akzeptiert.“

Nach den ersten zehn Jahren stand die Bremer Uni kurz vor dem Ende. Die Wende kam 1982 mit dem Rektor, Prof. Jürgen Timm, der 20 Jahre lang an der Spitze blieb. Er habe damals nur zögerlich Ja gesagt, erinnert er sich. „Vor mir hatten alle aufgeben.“ Interne Streitigkeiten, die bis zu körperlichen Auseinandersetzungen führten, und das Aus für die Lehrerausbildung.

Besonders schwierig war es, als 1980 nach den chaotischen Anfängen und der Bezeichnung „Rote Kaderschmiede“ andere Bundesländer ihre Mitfinanzierung aussetzten. Prof. Timm kämpfte für den Fortbestand. „Ich bin sehr strategisch vorgegangen mit einem klaren Konzept.“ So ist seine Idee, Drittmittel einzuwerben, bis heute ein Erfolg. 2010 waren es 90 Millionen Euro. 50 Gebäude wurden in seiner Ära auf dem Uni-Gelände gebaut oder umgebaut. Schließlich konnte Timm auch die Bremer Politik von einem Technologiepark an der Uni überzeugen. Heute gibt es dort 400 private Betriebe mit rund 6000 Mitarbeitern, unter ihnen das Raumfahrtunternehmen OHB.

Langer Image-Kampf

„Gegen die „Rote Kaderschmiede“ mussten wir lange ankämpfen“, sagt Müller. Und auch dafür hatte sein Vorgänger Timm ein Konzept: „Wenn einer schlecht über die Uni redete oder schrieb, wollte ich einen Termin mit ihm. Das hat immer geklappt und meistens habe ich überzeugen können.“

Heute sind 18 000 Studierende an der Universität mit ihren 12 Fachbereichen eingeschrieben, zwischen denen es einen großen Wissensaustausch gibt. Viele Institute von Max Planck, Helmholtz, bis Fraunhofer haben sich auf dem Gelände zwischen Autobahn 27, Stadtwald und dem Ortsteil Horn-Lehe angesiedelt. „Der Campus der Uni ist Mittelpunkt eines Technologieparks geworden.“

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