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Alfred Wegener Als die Welt zum Puzzle wurde

Sönke Möhl

BREMERHAVEN - Die Ostküste Südamerikas und die Westküste Afrikas passen wie zwei Puzzlestücke zusammen. Das hatten viele Naturwissenschaftler erkannt, seit es realistische Karten gab. Aber erst Alfred Wegener zog ab 1910 die richtigen Schlüsse daraus: Es muss einen Urkontinent gegeben haben, der auseinandergebrochen ist und dessen Teile sich über den Globus bis zu ihrer aktuellen Lage verschoben haben. Am 6. Januar jährt sich zum 100. Mal der Tag, an dem Wegener seine Theorie wissenschaftlichen Kollegen vorstellte.

Forscher erntete Spott

Die Reaktionen auf die Thesen des damals 31 Jahre alten Meteorologen, Physikers und Polarforschers waren ablehnend. Manche Professoren, die an der damals gültigen Lehre der unveränderlichen Lage der Kontinente festhalten wollten, verspotteten Wegener. Er suchte intensiv nach Beweisen. „Alfred Wegener hatte damals eigentlich gar keine Chance, seine Hypothese zu beweisen, weil man die Technologie noch nicht hatte“, sagt der Geophysiker Wilfried Jokat vom Alfred Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven in einem vom Institut veröffentlichten Interview.

Das Alfred-Wegener-Institut erforscht seit über 25 Jahren das weltweite Klima und die Ökosysteme im Meer und an Land. Zentraler Forschungsschwerpunkt sind die Arktis und Antarktis. Außerdem führt das Alfred-Wegener-Institut wissenschaftliche Projekte in den gemäßigten Breiten durch.

Spott und Ablehnung kränkten Wegener nach Überzeugung des Wissenschaftshistorikers Reinhard Krause aber wenig, sie spornten ihn an. „Er war von vorn herein felsenfest überzeugt davon, dass seine Theorie richtig ist und wollte sie beweisen.“

Wegener ging davon aus, dass die Kontinente aus leichterem Material als die Ozeanböden sind und sich wie Eisberge verhalten. Einen Beleg dafür kannte man aus Skandinavien. Dort war das Land in der Eiszeit durch das Gewicht der Gletscher eingesunken und hebt sich bis heute langsam wieder aus dem Meer.

Ablagerungen als Beweis

Übereinstimmungen in der Tier- und Pflanzenwelt auf verschiedenen Kontinenten stützten Wegeners These der Kontinentdrift. An vielen Orten auf der Welt finden sich Ablagerungen, die nur in tropischen Gewässern entstanden sein konnten – ein klarer Hinweis auf die Wanderung der Kontinente. Über die ursächlichen Kräfte wusste Wegener allerdings nicht viel.

Die vorherrschende Lehrmeinung ging davon aus, dass es in früheren Zeiten Landbrücken zwischen den fest an ihren Positionen verharrenden Kontinenten gegeben haben müsse, anders wären die Artenübereinstimmungen nicht zu erklären gewesen. Diese Landbrücken seien irgendwann untergegangen.

Wegener starb 1930 während einer Grönland-Expedition. Zeitlebens hat er für seine Theorie gekämpft. Endgültige Bestätigung gab es aber erst in den 60er Jahren, als die technischen Möglichkeiten dafür vorhanden waren.

Am 6. Januar würdigen das Alfred-Wegener-Institut für Meeres- und Polarforschung und das Senckenberg Naturmuseum den Forscher und den 100. Jahrestag seiner Theorie am Ort des historischen Vortrags in Frankfurt am Main.

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