DELMENHORST - Das Konzept der Erlebnisausstellung geht auf. Lob gab es vom Oldenburger Kunstpädagogen Professor Jens Thiele.

von Birte Tripke

DELMENHORST - Die „ Reise zu den Kindern der Welt“, die Erlebnisausstellung „KinderCoburg“ in den Räumen der Gemäldesammlung Stuckenberg, ist seit sechs Wochen für kleine und große Besucher geöffnet und schon jetzt eine kleine Erfolgsgeschichte: Etwa 1000 Besucher kamen bisher, davon besuchten 300 Kinder die Ausstellung mit einer Kindergarten- oder Schulgruppe. 80 Lehrer und Erzieher nahmen das Angebot einer Einführungsveranstaltung zur „KinderCoburg“ und ihren Aktionen wahr. Die 15 Aktionen für Kinder bis zum Ende der Ausstellung am 26. August sind bereits ausgebucht.

Fremde Länder entdecken, Neugier wecken und gleichzeitig zur ästhetischen Bildung anregen: „Das Konzept geht gut auf“, sagte Barbara Alms, Leiterin der Städtischen Galerie. Gemeinsam mit „KinderCoburg“-Leiterin Wiebke Steinmetz zog sie Zwischenbilanz und hatte dazu Jens Thiele, Professor für Visuelle Medien und Direktor der Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur an der Universität Oldenburg, eingeladen. Der hatte zuvor die vier Räume mit den fünf Kontinenten der KinderCoburg in Augenschein genommen.

Thiele, der sich sonst damit beschäftigt, wie man Kinder an Literatur und Bilder heranführt, lobte die Möglichkeit der „interkulturellen Erfahrung“ für kleine Kinder in der „KinderCoburg“. Es sei notwendig, einen alters- und entwicklungsspezifischen Zugang zu komplexen Themen – wie eben zum Beispiel der Kultur eines fremden Landes – zu schaffen, sagte Thiele. Dabei sei die spielerische Ebene besonders wichtig. Wie ist das, wenn ich auf Sand gehe? Wie duftet Reis? Wie klingt die Musik der Indianer?

„Spüren, worum es geht“, das sei in der „KinderCoburg“ möglich, findet Thiele. Wenn auch die Gefahr bestehe, dass sich Klischees entwickeln. „Das ist immer eine Balanceakt“, weiß der Wissenschaftler. Er wünscht sich eine dokumentarische Ebene zusätzlich zum sinnlichen Ansatz der Erlebnisausstellung.