DELMENHORST -

Seit Herbst 2003 übernehmen Gymnasiasten Führungen im Haus Coburg. Die Teilnehmerzahlen sind gestiegen.

DELMENHORST/ANA - Eine positive Zwischenbilanz des Projektes „Schüler führen Schüler“ haben gestern Vertreter des Willms-Gymnasiums und der Städtischen Galerie bei einem Treffen im Haus Coburg gezogen. Seit nunmehr eineinhalb Jahren betätigen sich Gymnasiasten der zwölften und 13. Klassen in regelmäßigen Abständen als Kunstexperten in der Galerie. Ihre Aufgabe: Jugendliche durch die jeweilige Ausstellung zu begleiten. Nach durchwachsenem Start hat sich das Konzept inzwischen etabliert. Das zeigen die steigenden Teilnehmerzahlen bei den Schüler-Führungen.

Auch bei den „Kunstexperten auf Zeit“ stellten sich Erfolgserlebnisse ein. Anfangs sei es ein wenig Angst einflößend gewesen, vor fremden Menschen zu sprechen, erinnerte sich die Schülerin Jennifer Kindel gestern an ihre Führung. „Doch dann merkte ich, dass das auch Spaß machen kann.“

Die Fähigkeit, Kunstgegenstände zu präsentieren, sei für ein späteres Studium sehr wichtig, hob Barbara Alms, Leiterin der Städtischen Galerie, hervor. Grundsätzlich war Alms voll des Lobes für das Engagement der Schüler. „Ich habe tiefen Respekt vor der Selbstständigkeit, die sie bei diesem Projekt an den Tag gelegt haben“, sagte sie.

Auch Schulleiter Burkhard Leimbach zeigte sich überzeugt vom praktischen Nutzen des Programms. Es mache seinen Schülern großen Spaß, Konzepte umzusetzen, die über das Gymnasium hinausgehen. „Wenn Schule nur simuliert, ist sie fehl am Platze“, sagte Leimbach.

Inzwischen hat die zuständige Lehrerin Brita Bohnemann das bundesweit einzigartige Projekt auch beim Wettbewerb „Kinder zum Olymp“ angemeldet. Angesichts von 800 Konkurrenten sind die Siegchancen allerdings eher ungewiss. Gewiss ist hingegen der Termin für die nächste Führung: am 16. Juni werden zwei Schülerinnen Besucher durch die Kirchner-Ausstellung geleiten.