DELMENHORST - „Dass der Anhalteweg eines Autos so lang sein kann, hätte ich nicht gedacht“, sagt Shaila. Deshalb hat die Elfjährige ihr Verkehrshütchen auch in zu geringer Entfernung zu der Linie aufgestellt, an der Gerhard Kreie auf die Autobremse tritt. Die Folge: „Mein Hütchen wurde überfahren“, erzählt Shaila. Kreie gehört dem ADAC an, der am Montag mit der Aktion „Achtung Auto“ zu Gast an der Realschule Süd war.
„Ich erkläre den Schülern, wie der Anhalteweg eines Autos berechnet wird“, sagt Kreie und erläutert, dass dieser sich aus dem Reaktionsweg und dem Bremsweg zusammensetzt. Dass der Anhalteweg letztlich erheblich länger ist als vermutet, hat nicht nur Shaila falsch eingeschätzt. Viele Mitschüler haben ihre Verkehrshütchen noch viel dichter an der Bremslinie stehen als die Elfjährige. „Ich war sehr überrascht“, meinte auch der elfjährige Christopher.
Anlässlich des Projektes Mobilität an der Realschule Süd bekamen die Schüler am Montag viele praktische Tipps über das Verhalten im Straßenverkehr. Neben dem ADAC, der an der Außenstelle am Brendelweg seine Aktion „Achtung Auto“ anbot, waren auch Polizei, Johanniter, Verkehrswacht und Gemeindeunfallverband mit dabei, die an der Königsberger Straße die Schüler informierten.
„Wir klären über Verstöße auf, die Radfahrer begehen können und ihre Folgen“, berichtet Kommissarin Simone Hemken. Unterdessen kontrolliert Oberkommissar Willi Ihlo mit einigen Schülern an der Elbinger Straße mittels Laserpistole die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer. „Wer wirklich zu schnell ist, wird angehalten und von den Kindern angesprochen“, erläutert der Polizist.
Derweil erklärt Andreas Geisler von der Johanniter Unfallhilfe Delmenhorst einer Schülergruppe die Bergung einer Person aus dem Fahrzeug. Dabei komme es vor allem auf den richtigen Griff an, weiß Geisler. Der Gemeindeunfallverband informiert die Schüler unterdessen über die Gefahren des toten Winkels bei Lkw.
Realschullehrerin Irmhild Maas hatte das Projekt Mobilität koordiniert und das Programm zusammengestellt. Es soll den sonst unregelmäßigen Verkehrsunterricht ersetzen und den Schülern die wesentlichen Inhalte kompakt vermitteln.
