Wilhelmshaven - Wie groß soll und darf eine Grundschule sein? Um diese Frage kreiste die Diskussion, zu der die Stadtverwaltung die Eltern der Grundschulen Peterstraße, Siebethsburg und Kirchreihe in die Stadthalle eingeladen hatte.
Stadtrat Dr. Jens Graul stellte die Grundzüge der Schulentwicklungsplanung und die beiden Varianten vor, wie die Grundschullandschaft in der Stadtmitte neugeordnet werden könnte. Bei Variante 1 (Zusammenlegung des nördlichen Schulbezirks der GS Peterstraße, Siebethsburg und der Kirchreihe im Gebäude des ehemaligen Käthe-Kollwitz-Gymnasiums) würde die neue Grundschule Stadtmitte zeitweise fünf Klassen pro Jahrgang führen. Bei Variante 2 würden Siebethsburg und Nordbezirk der Peterstraße im Gebäude der Wasserturmschule zusammengeführt und die GS Kirchreihe mit der GS Mühlenweg im ehemaligen Hauptschulgebäude, Schellingstraße 17, zusammengelegt würde.
Einige Eltern sprachen sich für kleine Grundschulen aus und stellten die Notwendigkeit weiterer Zusammenlegungen generell in Zweifel. Manfred Vetterlein, Rektor der GS Peterstraße, sieht die von der Verwaltung zur neuen Regelgröße erklärte Dreizügigkeit von Grundschulen als eine „gerade noch sinnvolle, maximale Größe“ an. Eine Schule mit nur zwei Klassen pro Jahrgang“ sei für kleine Kinder vorzuziehen.
Schuldezernent Graul und Fachbereichsleiter Hans-Gerhard Giersdorf wiesen auf die Vorzüge von Variante 1 hin. Das ehemalige KKG-Gebäude biete mehr Platz für pädagogische Arbeit und sei zentraler als das Gebäude an der Störtebekerstraße. Variante 1 bringe für die Förderschule mehr Kontinuität, die andernfalls in das derzeitige Grundschulgebäude an der Schellingstraße umziehen müsste. Die Ansiedlung der Förderschule auf dem „Campus“ in Nachbarschaft von Grundschule und Gymnasium sei darüber hinaus schwierig.
OB Andreas Wagner sprach sich für Variante 1 aus, auch weil diese sich zwei Jahre früher umsetzen lasse. Ungeachtet des Votums der großen Parteien für Variante 2 sei die Entscheidung noch offen.
