Oldenburg - Prof. Dr. Edward O. Wilson, US-amerikanischer Biologe und Evolutionstheoretiker, ist von der Fakultät V – Mathematik und Naturwissenschaften – der Universität Oldenburg mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet worden. „Edward O. Wilson ist einer der größten lebenden Biologen. Er hat mit seinen Forschungen zur Evolution und Artenvielfalt neue Impulse gesetzt. Zu Recht wird er als der ,Vater der Biodiversität’ bezeichnet, die für ihn der ,Schlüssel zur Erhaltung der Welt ist, wie wir sie kennen’“, erklärte Prof. Dr. Meinhard Simon, Dekan der Fakultät, anlässlich der Verleihung.

Bereits seit drei Jahren ehre die Fakultät Wilsons Forschungen mit der jährlichen E.O.Wilson-Vorlesung, bei der Wissenschaftler aus aller Welt die aktuellen Entwicklungen in der Artenvielfaltsforschung vorstellten. So sei es nur konsequent – vor allem im Hinblick auf den Oldenburger Forschungsschwerpunkt zur Artenvielfalt – Wilson die Ehrendoktorwürde zu verleihen, so Simon.

Wilson, 1929 in Birmingham (Alabama) geboren, hat mit seinen wegweisenden Forschungen zu Ameisen die Soziobiologie ins Leben gerufen und bahnbrechende Entwicklungen im Bereich der Artenvielfaltsforschung ermöglicht. 1996 zählte das US-Nachrichtenmagazin „Time“ den zweifachen Pulitzer-Preisträger zu den 25 einflussreichsten Personen Amerikas.

Bereits während seines Studiums beschäftigte er sich mit sozialen Insekten – also mit Ameisen, sozial lebenden Bienen, Wespen und Termiten. In seiner Biografie „The Naturalist“ bekennt Wilson: „Die meisten Kinder durchlaufen eine Käfer-Phase, ich bin meiner nie entwachsen.”

1955 promovierte Wilson an der Harvard University, wo er noch heute forscht. Gemeinsam mit dem Ökologen Robert H. MacArthur entwickelte der Zoologe eine Theorie zur „Biogeograhie“, die das natürliche Gleichgewicht von Arten in der Natur beschreibt. Einwanderung und Aussterben von Arten, die bestimmenden Faktoren auf die biologische Artenvielfalt, untersuchten sie anhand von geografischen und ökologischen Besonderheiten.