Delmenhorst - Ein einfaches Steckpuzzle, das an ein Kinderspielzeug erinnert – über solch einen Gegenstand eine Ausstellung machen? Dass das funktioniert, zeigten Viertklässler der Grundschule Parkschule Delmenhorst am Freitag.
Denn bei dem blauen Kasten handelt es sich um einen Test für türkische Arbeitsmigranten, den sie vor vielen Jahren machen mussten, wenn sie auf der Nordwolle arbeiten wollten. Geometrische Figuren mussten in vorgegebene Formen gesteckt werden. Somit wurden Motorik und Intelligenz getestet. Das Besondere: „Diesen Test gab es nur bei der Nordwolle“, erzählte Jana Kretschmann. Die 26-jährige Lehramtsstudentin schrieb ihre Masterarbeit über diesen Test und hat das Projekt rund um den Holzkasten geleitet, das nun für eine Woche im Fabrikmuseum ausgestellt ist. Bei der Ausstellungseröffnung erzählten die Kinder über das Projekt: Sie besuchten das Fabrikmuseum, versuchten sich sogar selbst an dem Test. Eine Gruppe beschrieb die Situation aus der Ich-Perspektive: „Ich bin ein Testkasten und war 50 Jahre lang in Istanbul.“
Der Kasten besteht aus zwei Teilen. Teil A – der leichtere Teil – ist im Fabrikmuseum zu sehen, während Teil B derzeit durch die Museen Deutschlands „tourt“.
Die Schülern hatten beim Projekt Spaß. Dem zehnjährigen Malik gefiel es, dass sie selbst die Tests machen konnten. „Und wir haben etwas über die Geschichte hier gelernt.“ Was Ilayda (10) am besten fand, konnte sie nur schwer beantworten. „Mir hat alles am besten gefallen.“ Auch Jana Kretschmann freute sich, dass das Projekt so gut ankam. Schließlich hätten die Schüler dabei viel über die Geschichte Delmenhorsts erfahren. Unterstützt wurde sie von der Lehrerin Sabine Schofeld und Museumspädagogin Jana Harriefeld. Es war ihr erstes Projekt – und sie möchte in Zukunft noch weitere machen. „Gerne auch wieder mit dem Museum.“
