Delmenhorst - Der Himmel weinte mit, als am Sonntagmorgen aller Kriegsopfer des vergangenen Jahrhunderts gedacht wurde. Anlässlich des Volkstrauertages legte die Stadt Delmenhorst am Sonntagmorgen bei strömendem Regen gemeinsam mit dem Volksbund Deutscher Kriegsfürsorge unter musikalischer Begleitung des Delmenhorster Posaunenchors mehrere Kränze am Ehrenmal auf dem Rathausplatz nieder.

Der erste Weltkrieg hatte rund 8,5 Millionen Todesopfer gefordert, der zweite sogar über 55 Millionen. „Jedes Kreuz steht für ein Einzelschicksal und alle Hinterbliebenen. Diese Menschen sind für ihre Überzeugung und den Widerstand gegen Ideologie gestorben oder weil ihnen das Lebensrecht abgesprochen wurde, sei es wegen einer Behinderung, einer anderen Hautfarbe oder Glaubensrichtung“, erklärte Oberbürgermeister Patrick de La Lanne in seiner Gedenkrede. Es sei ein unermessliches Leid, das den Angehörigen zum Teil bis heute widerfahre. Einige werden von Alpträumen geplagt, Zeitzeugen können das Erlebte nicht vergessen .

„Das gemeinsame Gedenken an die Opfer schafft Frieden, auch über Landesgrenzen hinaus“, bekräftigte de La Lanne. Der Volkstrauertag ist aber auch ein Symbol für „das Geschenk, in Frieden und Freiheit leben zu können. Es lohnt sich für diese Werte zu kämpfen, auch, wenn es mal Rückschläge gibt“, ergänzte er. Begleitet wurde die Andacht von Schüler der Musikschule Delmenhorst und der Realschule an der Lilienstraße. Lena Bröning, Verena Heinemann und Nicolas Sterbies sorgten für die musikalische Untermalung,

Martin Korf und Bennet Kruse verlasen das Gedicht „Tausend Kreuze aufgereiht“ von Anneliese Pflücker. Sabrina Becker, Tugce Demir, Amal Kanaan, Katja Kronefeld und Nicole Satler gedachten mit „Weil du nicht da bist“ von Mascha Kaleko den Gefallenen und Hinterbliebenen. Abschließend verlas Bürgermeister Hermann Thölstedt seine Gedenkrede, für die er alle Anwesenden bat, sich von ihren Plätzen zu erheben.

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft