Hannover/Im Nordwesten - In der Schulpolitik formiert sich erneut Widerstand gegen die rot-grüne Landesregierung. Diesmal geht es um die geplante Abschaffung der Förderschulen Sprache im Zuge der Inklusion. Nach dem Koalitionsvertrag sollen ab Sommer 2014 die ersten und fünften Klassen an den entsprechenden Förderschulen keine Schüler mehr aufnehmen dürfen. Dagegen protestiert nicht nur die Opposition. Auch Eltern, Lehrer und Sprachheilpädagogen machen sich für die Förderschulen stark. Sie fürchten eine schlechtere Unterrichtsversorgung der betroffenen Kinder.
Wahlfreiheit gefordert
Die Eltern sprachbehinderter Kinder fordern deshalb, dass sie auch künftig zwischen Förderschule und inklusiver Schule wählen können. Mit einer Petition im Internet, Briefen und Mails versuchen sie in ganz Niedersachsen, Druck auf die Politik auszuüben, auch in Oldenburg und im Ammerland.
Das Kultusministerium betonte, dass die Förderschulen Sprache „im Dialog mit allen Beteiligten“ schrittweise in die bestehenden allgemeinen Schulen überführt werden sollen. „Dieses Vorhaben ist aus der Sicht der Landesregierung eine behutsame, gut begründete und verantwortbare Ausweitung der bisherigen gesetzlichen Regelungen“, sagte Ministeriumssprecher Sebastian Schumacher. Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung könnten gut in der allgemeinen Schule gefördert werden.
550 Millionen vom Land
Nach Angaben von Schumacher werden landesweit rund 3600 Schüler in 63 Förderschulen mit dem Schwerpunkt Sprache unterrichtet. Die Landesregierung werde in den kommenden Jahren rund 550 Millionen Euro für die inklusive Beschulung ausgeben.
„Die schrittweise Abschaffung von Förderschulen Sprache und Sprachheilklassen durch Rot/Grün zum Schuljahr 2014/2015 ist unverantwortlich“, sagte der CDU-Abgeordnete Kai Seefried. „Der Elternwille wird massiv beeinträchtigt.“ Die CDU hatte das Ministerium unter anderem nach den Anmeldungen für inklusive Schulen in Oldenburg, Wilhelmshaven und der Wesermarsch gefragt, aber keine Zahlen bekommen
Der FDP-Schulpolitiker Björn Försterling erklärte, die SPD sei gegenüber den Grünen eingeknickt. „Die Förderschule Sprache muss erhalten bleiben.“
