EMDEN/OLDENBURG - Die Leitung der Fachhochschule Oldenburg/ Ostfriesland/ Wilhelmshaven griff ein. Vizepräsidentin Christiane Claus verbot die umstrittene Aktion.
Von Jürgen Westerhoff
EMDEN/ OLDENBURG - Aufregung um ein Juso-Plakat an der Fachhochschule in Emden. Ein Bewerber für die kommenden Hochschulwahlen am 24. April wurde in einer Christus-Pose dargestellt, bekleidet mit einem weißen Tuch, Blut an Bauch, Stirn und Händen, und mit einem roten Kreuz mit der Aufschrift Studienbeiträge auf der Schulter.NWZ -Leser Matthias Bullmahn, Vorsitzender der Fachhochschulgruppe im Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), informierte über die Aktion mit dem Handy-Kommentar Diese Art der Wahlwerbung ist inakzeptabel und auch beleidigend für gläubige Christen, gerade nach dem Osterfest.
Das ebenfalls eingeschaltete Hochschul-Präsidium bewertet das Plakat ähnlich und ordnete das Entfernen der Wahlwerbung an. Vizepräsidentin Christiane Claus gestern zur NWZ : Aktionen, die als Gotteslästerung bewertet werden können, wollen wir an der Hochschule nicht haben. Präsidentin Vera Dominke billigte die Maßnahme mit dem Hinweis, dass gewisse Normen der Pietät an der FH eingehalten werden müssten, auch wenn sie persönlich ein breites Spektrum an Meinungen ertragen könne.
Mit Bedauern reagierte der Initiator der Aktion, Sebastian Arians, im Gespräch mit der NWZ auf das negative Echo. In der Tat habe das Plakat aufrütteln, provozieren und polarisieren sollen aber auf keinen Fall sei beabsichtigt gewesen, irgendjemanden zu verhöhnen oder zu verletzen. Arians: Wir haben in Kauf genommen, dass es Menschen gibt, die das Plakat als geschmacklos empfinden würden, es tut uns aber leid, dass wir offenbar zu weit gegangen sind. Das bedauern wir.
Ziel sei gewesen, eine höhere Wahlbeteiligung als bei der letzten Hochschulwahl zu erreichen. Nun sei zwar viel Aufsehen erreicht worden, doch gebe es keine Zufriedenheit über die Maßnahme. Die kritisierten 50 Plakate seien nach der Intervention wieder abgehängt worden. Insgesamt hätten sie einen Tag ausgehangen.
Kritiker Matthias Bullmahn reagierte mit Respekt auf die Tatsache, dass die umstrittene Aktion mit Bedauern beendet wurde. Gegenüber der NWZ meinte er: Offenbar haben die Initiatoren die Grenze nicht erkannt, die auch für eigentlich gute Ideen gilt. Ich hoffe, dass sie künftig vor Beginn ähnlicher Aktionen lieber zweimal nachdenken.
Alle Beiträge der NWZ -Leserreporter im Internet unter
