ETZHORN - Das Konzept ist anerkannt. Es orientiert sich an den Grundschulrichtlinien des Landes.

Von Susanne Gloger

ETZHORN - Kindgerechtes Lernen in kleinen Gruppen steht im Vordergrund. Die natürliche Neugierde und die Freude am Lernen sollen erhalten bleiben. Neben der Vermittlung des Lernstoffes wird großer Wert auf einen respektvollen Umgang untereinander gelegt, um auch die sozialen Kompetenzen der Kinder zu fördern. Das alles hat sich der Verein Freie Schule Oldenburg auf seine Fahne geschrieben. Gegründet wurde er im Dezember 2000. Seither bemüht er sich, eine Freie Schule, die nach dem pädagogischen Konzept von Maria Montessori und Rebeca Wild arbeitet, aufzubauen.

Die Suche nach einer Immobilie im Stadtgebiet war nicht von Erfolg gekrönt. Eine geeignetes Gebäude wurde nun aber doch gefunden: auf dem Hosünegelände in Huntlosen. Zum Schuljahresbeginn 2005/2006 möchte der Verein mit dem Unterricht beginnen. Laut Mitglied Heike Moritzen gab es schon im vergangenen Jahr mehr als 30 Anfragen von Eltern. „Sogar aus Wilhelmshaven.“

Mittlerweile existieren bundesweit über anerkannte 70 Freie Schulen. Diesen Ersatzschulen steht der Bundesverband Freier Alternativschulen (BFAS) zur Seite. Der Oldenburger Trägerverein ist dort ebenfalls Mitglied.

Mit 15 bis 20 Kindern soll die Grundschule gestartet werden. „Wir fangen mit zwei Teilzeit-Lehrkräften an“, erzählt Heike Moritzen. Die Freie Schule Oldenburg orientiere sich an den Grundschulrichtlinien des Landes Niedersachsen, übernehme jedoch nicht die dort geltende Stundentafel. Im gesamten Jahr hätten die Kinder aber denselben Zeitanteil für fachliches Lernen, betont Moritzen.

„Wir wollen ein Kind, das mit Lesen beschäftigt ist, nicht nach 45 Minuten stoppen.“ Sie und ihre Vereinskollegen seien sicher, „dass Kinder selbstbestimmt lernen, denn man zielgerichtet ihren aktuellen Wissensdurst stillt“.

Neben Lesen, Schreiben, Rechnen stehen unter anderem Themenbereiche wie die Entstehung der Erde, Handwerk gesunde Ernährung, Heimat/Geschichte, Englisch als wöchentliches Angebot, Ethik, Kulturgeschichte und freie Bewegungsentfaltung auf dem Lehrplan. Schwerpunkt ist die Theaterpädagogik.

Die Freie Schule Oldenburg wird als verlässliche Grundschule geführt. Schulzeit ist nach einer gleitenden Anfangszeit von 8 Uhr (bis 8.30) bis 12.30 Uhr. Danach besteht das Angebot eines gemeinsamen Mittagessen in Eigenorganisation durch die Eltern (bis 14 Uhr). Unterrichtet wird in jahrgangsübergreifenden Gruppen (1. und 2. Klasse sowie 3. und 4. Klasse). Zeugnisse gibt es nicht, sondern Entwicklungsberichte.

Alle wesentlichen Entscheidungen im Sinne des Konzeptes trifft der Schulausschuss, in dem auch einer der Vereinsvorsitzenden vertreten ist. In diesem Gremium sitzt auch ein Elternvertreter. Die Eltern nehmen laut Heike Moritzen außerdem Anteil an der Entwicklung ihrer Kinder, indem sie nach Abstimmung mit der Schule an der Tagesgestaltung mitwirken.

Finanziert wird die Schule durch Elternbeiträge. „Wir wollen nicht über 200 Euro pro Monat gehen und eine soziale Staffelung“, so Moritzen. Dazu kommen Vereinsbeiträge, per Bürgschaften gesicherte Kredite, staatliche Zuschüsse (ab 2006), Spenden und Zuschüsse von anderen öffentlichen und privaten Fördereinrichtungen.

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