Bremen - Wissenschaftler in Bremen wollen erforschen, wie lange Kinder und Jugendliche sitzen und sich bewegen. Europaweit gebe es bisher kaum Informationen darüber, wie viel, wie lang und wo Kinder sitzen, sagte Antje Hebestreit vom Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie am Montag.

Die Studie solle auch darüber Aufschluss geben, ob Kinder den Wert von 60 Minuten moderater bis starker körperlicher Bewegung am Tag erreichen. Dies hatte die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen empfohlen.

Noch vor den Sommerferien sollen 30 Schüler der neunten Klasse eine Woche lang ein Messgerät tragen, sagte Hebestreit. Anschließend sollen die Ergebnisse mit den Schülern der Wilhelm-Olbers-Oberschule besprochen werden. Nach den Sommerferien sollen die Messungen an weiteren Grund-, Gesamt- und Oberschulen in der Hansestadt fortgesetzt werden.

Die vom Bundesministerium für Forschung und Bildung geförderte Untersuchung ist Teil der europäischen Initiative „Eine gesunde Ernährung für ein gesundes Leben“. Das internationale Netzwerk will erforschen, wie individuelle, soziale, ökonomische, kulturelle und biologische Faktoren das Ernährungsverhalten, die körperliche Aktivität sowie sitzende Verhaltensweisen beeinflussen.

Aus Vorstudien sei bekannt, dass Kinder und Jugendliche bereits die Hälfte ihrer körperlichen Bewegungen und der Sitz-Zeiten in der Schule absolvieren, sagte Hebestreit. „Es ist nicht prinzipiell falsch zu sitzen, aber es sollte immer wieder von kurzen Bewegungseinheiten unterbrochen werden.“

Versuche in anderen Bundesländer hätten gezeigt, dass Grundschüler dem Unterricht besser folgen können, wenn sie alle 15 Minuten kurz auf der Stelle hüpfen oder einfach durch den Klassenraum gehen.

„Wichtig ist es, dass die sitzenden Phasen nicht zu lang sind und immer wieder von Bewegung unterbrochen werden“, betonte Antje Hebestreit.