GARBSEN - Die wegen gewalttätiger Auseinandersetzungen in die Schlagzeilen geratene Nikolaus-Kopernikus-Schule in Garbsen soll wieder zum Alltag zurückfinden können. „Man darf die Schüler nicht stigmatisieren“, sagte Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) am Freitag nach seinem Besuch der Hauptschule. Er habe nun ein „differenziertes Bild“ von der Schule. Auch ein neuer türkischstämmiger Schulleiter soll die Situation weiter entschärfen.
Bei den Unruhestiftern handelt es sich nach Angaben des Ministers offensichtlich um einige wenige Täter. „Diejenigen, die gewalttätig geworden sind, sind inzwischen bekannt, werden dementsprechend betreut oder sind der Schule verwiesen worden,“ sagte Althusmann. Weitestgehend scheine sich jetzt die Lage zu entspannen. Das bestätigte auch Polizeisprecher Stefan Wittke. Insgesamt seien drei Schüler von der Schule suspendiert worden. Die Erfahrung zeige, dass es ruhiger werde, wenn die Rädelsführer nicht mehr da seien.
Bis zum Sommer soll nun ein Sicherheitskonzept für die Schule erarbeitet werden. Dazu gehören auch verschiedene Präventionsmaßnahmen, wie etwa ein Angebot von aggressionsabbauenden Sportarten wie etwa Rugby oder Boxen. Althusmann sicherte der Schule Unterstützung zu. Zu überlegen sei auch, ob das sehr junge und überwiegend weibliche Kollegium zukünftig stärker mit Männern durchmischt werden müsse, sagte Althusmann.
Auch durch den Wechsel der Schulleitung erhoffen sich die Behörden eine weitere Entspannung an der Schule. Der zu den Sommerferien in den Ruhestand gehende Direktor der Schule soll durch einen Lehrer mit türkischen Wurzeln abgelöst werden. Dieser sei selbst in Garbsen aufgewachsen und würde die Probleme vor Ort besser kennen, sagte der Bürgermeister der Stadt, Alexander Heuer (SPD).
Polizeisprecher Wittke kritisierte die ablehnende Haltung des Bürgermeisters gegenüber Lösungsvorschlägen für die Schule, wie etwa einen Wachdienst oder die Videoüberwachung einzelner Bereiche. An der Schule bestehe ein „Handlungsbedarf“, der nur „gemeinsam abgedeckt“ werden könne.
