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GASTBEITRAG Angst vor dem Strafmandat in der Einbahnstraße

Autor des Beitrages ist Dr. Norbert Gronau

. Der

45-Jährige ist seit April 2004 Professor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Potsdam.

Von Norbert Gronau

OldenburG/Potsdam Ich war von 2000 bis 2004 Professor für Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Informatik der Universität Oldenburg, meine erste Professur nach der Habilitation an der TU Berlin. Die Stadt, die Universität und die Kollegen waren mir auf Anhieb sympathisch Insbesondere das Informatik-Institut Offis und sein Vorstand Professor Dr. Hans-Jürgen Appelrath haben mich mit offenen Armen aufgenommen und mir den Start als Professor sehr erleichtert.

Fast sofort hatte ich Kontakt zu regionalen Unternehmen und Entscheidern aus Politik und Verwaltung. Ich habe in Oldenburg auch sehr viel über Personalauswahl und -führung gelernt. Die Studierenden insbesondere der Informatik waren sehr engagiert und haben viele Dinge vorangebracht, auch in der Forschung.

Besonders stolz war ich auf die in meiner Abteilung gebildete Fußballmannschaft „Running Knowledge“, die jeden Donnerstagmorgen in einer Uni-Sporthalle trainieren durfte und einmal beim Pokal der Informatik sogar den zweiten Platz belegte – allerdings ohne meine aktive Teilnahme an der Endrunde.

Nur eine Sache machte mir in Oldenburg häufig Angst: Ich wohnte damals mitten in der Innenstadt, am Waffenplatz und fuhr sehr gern mit dem Rad zur Uni. Leider gab es auf dem Weg eine Einbahnstraße, die nicht für Radfahrer in der Gegenrichtung geöffnet war, so dass ich dort immer in Angst war, ein Strafmandat zu erhalten.

Freundliche Mitarbeiter in der Bibliothek oder ein sehr effizientes Finanzmanagement habe ich damals an der Universität Oldenburg als selbstverständlich empfunden. Erst nach meinem Weggang stellte ich fest, dass dies an anderen Standorten durchaus eine kulturelle Revolution bedeuten würde!

Leider konnte ich nur einen einzigen meiner Mitarbeiter für einen Wechsel nach Potsdam gewinnen, alle anderen konnten sich ein Verlassen der geliebten Heimat nicht vorstellen.

Auch heute reise ich immer wieder gern nach Oldenburg, zahlreiche Kontakte und Anknüpfungspunkte zu Kollegen und Projektpartnern sind erhalten geblieben. Die Universität hat sich weiterentwickelt und ihr Profil deutlich geschärft. In einigen inhaltlichen Gebieten wie Rechtsinformatik oder Eingebettete Systeme verweise ich Anfragen als erstes nach Oldenburg!

Oldenburg ist aus meiner Sicht ein hervorragendes Beispiel für eine Stadt der Wissenschaft, weil die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Universität in der Weser-Ems-Region hervorragend funktioniert.

Es war auch die richtige Strategie, Stärken wie Informationstechnologie oder Energiewirtschaft herauszustellen, anstatt die sicherlich nicht im Überfluss vorhandenen Mittel gleichmäßig schwach zu verteilen.

In loser Folge veröffentlicht die NWZ anlässlich des Titels „Stadt der Wissenschaft“ für Oldenburg Gastbeiträge von Professorinnen und Professoren , die an der Universität Oldenburg gearbeitet haben und inzwischen an anderer Stelle tätig sind.

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