GöTTINGEN - 16 Wissenschaftler der Universität Göttingen sollen nach Medienberichten versucht haben, mit falschen Publikationslisten Förder-Millionen zu erschleichen. Die Wissenschaftler sollen in einem Antrag auf Förderung an die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) falsche Angaben über Veröffentlichungen gemacht haben. Zum Teil sollen Publikationen sogar erfunden gewesen sein. Die Universität habe eine Untersuchungskommission eingesetzt.
Einen ähnlichen Verdacht gebe es bei einem Graduiertenkolleg zur Biodiversität. Universitätspräsident Kurt von Figura lehnte am Wochenende einen Kommentar zu den Vorwürfen ab.
Den Berichten zufolge ist der angebliche Schwindel im Februar bei der Begutachtung eines Antrags zur Weiterförderung eines Sonderforschungsbereichs aufgeflogen, der sich mit dem Regenwald in Indonesien beschäftigt. Um einen Eklat zu vermeiden, habe die Universität ihren Antrag auf 8,6 Millionen Euro Forschungsgelder zurückgezogen und auf eine Auslauffinanzierung verzichtet. Die Georg-August-Universität fürchte nun um ihren Ruf als Elite-Hochschule.
Hochschule und DFG prüften inzwischen, ob die bisher bewilligten Forschungsgelder richtig eingesetzt worden sind, hieß es. Mindestens 200 000 Euro könnten zweckentfremdet worden sein.
