Oldenburg/Im Nordwesten - Im Zusammenhang mit der zunehmenden Versalzung des Grundwassers an der niedersächsischen Nordseeküste fordert die Oldenburger Professorin Gudrun Massmann (41) einen „umsichtigen und nachhaltigen Umgang mit unseren Wasserressourcen“. Das Problem sei, dass aufgrund von Sturmfluten oder nicht sachgerechter Grundwasserförderung Grundwasservorkommen durch einströmendes Meerwasser beeinträchtigt werden. Salzwasser dringe dann landeinwärts.
„Ist das Grundwasser versalzen, lässt sich dies nicht mehr rückgängig machen. Dann ist keine Grundwasserförderung mehr möglich“, betonte die Professorin für Hydrogeologie und Landschaftswasserhaushalt am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Uni Oldenburg. Es gebe in der Region Wasserwerke, die bereits nah dran seien an der Salz-/Süßwassergrenze.
Versalzenes Grundwasser in weiten Teilen der niedersächsischen Küste bereitet auch dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Kopfzerbrechen. Die Versalzung gefährde die Nutzung der Vorkommen von Trink- oder Brauchwasser, aber auch für die grundwasserabhängige Tier- und Pflanzenwelt bestehe Gefahr. Auf einer Karte im Internet hat die Behörde erste Ergebnisse vorgestellt. Demnach ist etwa rund um Emden und Wilhelmshaven Trinkwassergewinnung in der Regel nicht möglich.
Um Strategien gegen die Versalzung des Grundwassers in Meeresnähe zu entwickeln, hatte sich der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) kürzlich einem Forschungsprojekt angeschlossen. Forscher und Fachleute aus der Wasserwirtschaft entwickeln im Projekt „NAWAK“ neue Ansätze, um die Wasserversorgung in den Küstenregionen entlang der Nordsee langfristig zu gewährleisten. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 2,2 Millionen Euro gefördert. Neben dem OOWV nehmen an der Forschungsgruppe das Leibniz-Institut für angewandte Geophysik in Hannover, das Leichtweiß-Institut für Wasserbau der TU Braunschweig, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) teil.
