H - HANNOVER/DPA - Drei niedersächsische Hochschulen wollen unter einem Dach ihre Zusammenarbeit vertiefen. Die Präsidenten der Universitäten Braunschweig, Clausthal und Hannover unterzeichneten am Montag gemeinsam mit Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) eine Erklärung zur Bildung einer Niedersächsischen Technischen Hochschule (NTH).
25 Millionen Euro sollen in den kommenden fünf Jahren in dieses Projekt investiert werden. Eine Arbeitsgruppe wird zunächst eine Organisationsstruktur erarbeiten. Die Universitäten bleiben aber eigenständig. Es handele sich nicht um eine Fusion, betonte das Wissenschaftsministerium.
„Wir wollen die Stärken der beteiligten Hochschulen zusammenführen, um dann gemeinsam noch stärker zu werden“, sagte Stratmann. Geplant seien einheitliche Entscheidungsgremien wie ein gemeinsames Präsidium und ein gemeinsamer Senatsausschuss. Der Ausbau solle Schritt für Schritt erfolgen und bis zum Jahr 2020 vollständig abgeschlossen sein.
In die Pläne sollen die Fächergruppen Ingenieurwissenschaften einschließlich Architektur, Informatik und Naturwissenschaften mit einbezogen werden. Vorgesehen ist zudem ein eigenständiges Gesetz.
Der Entwurf solle bis Ende dieses Jahres fertig sein und im Frühjahr 2008 in die Beratung des Niedersächsischen Landtags eingebracht werden.
„Wir wollen raus aus der Konkurrenz und uns wechselseitig ergänzen“, betonte der Präsident der Leibniz Universität Hannover, Professor Erich Barke. Es gehe um einen höheren Grad der Verbindlichkeit.
Als erster Schritt könnten bereits 2008 gemeinsame Fakultäten eingerichtet werden. Diese hätten eine Leitung an einem Standort. Laut Stratmann böten sich die Bereiche Bauingenieurwesen, Informatik und Physik an.
Die Studierenden könnten in Zukunft die verschiedenen Fachbereiche an mehreren Universitäten besuchen – die Studiengänge würden durchlässiger. Niedersachsen übernehme damit eine Vorreiterrolle, sagte Wissenschaftsminister Stratmann.
