HANNOVER - HANNOVER/DPA - Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hält eine Halbierung der Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss in Niedersachsen für machbar. Er begrüßte zugleich den Vorstoß von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU), die dazu eine Bund-Länder-Offensive ins Leben rufen will. Busemanns Büroleiter Heiner Hoffmeister sagte am Mittwoch in Hannover, die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss habe sich in Niedersachsen bereits deutlich verringert. „Wenn wir in dem Trend so fortfahren, dann ist vermutlich in den nächsten vier bis fünf Jahren eine Halbierung erreichbar.“ Es sei zu begrüßen, wenn Schavan die Länder etwa auch finanziell dabei unterstützen wolle.
Die Bundesbildungsministerin hatte gesagt: „Mein Ziel ist es, die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss zu halbieren. Wir sollten uns das Ziel setzen, das in den nächsten fünf Jahren zu schaffen.“ Hoffmeister sagte dazu: „Wir warten darauf, wie sie die Initiative mit Leben füllt“.
Nach Ministeriumsangaben haben 2002/2003 rund 10,5 Prozent eines Jahrgangs in Niedersachsen die Schule ohne Abschluss verlassen. Die Zahl habe sich 2004/2005 auf 8,9 Prozent verringert, sagte Hoffmeister. In Niedersachsen liegt die Zahl der Schulabgänger eines Jahrgangs bei rund 90 000.
Niedersachsen habe bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Zahl der Schulabbrecher zu reduzieren. So seien etwa vorrangig an Hauptschulen Ganztagsangebote geschaffen worden, sagte Hoffmeister.
Die Zahl der Pflichtstunden in Kernfächern sei erhöht und die Klassengröße gesenkt worden. Busemann habe zusätzlich 60 bis 80 Betriebs- und Praxistage für Hauptschüler eingeführt. „Wir sind noch nicht am Ende angekommen, da müssen wir noch besser werden“, sagte Hoffmeister.
Unterdessen ist die Forderung des niedersächsischen SPD-Landtagsfraktionschefs Wolfgang Jüttner nach einer Abschaffung von Hauptschulen bei der CDU auf Kritik gestoßen. „Die Hauptschule hat ihren festen Platz im gegliederten Schulsystem“, sagte CDU-Fraktionsvize Karl-Heinz Klare am Mittwoch.
