HANNOVER - In Niedersachsen wird wieder über eine umfassende Schulreform gestritten. Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) will ihre Pläne Ende Februar vorlegen. Aus Koalition, Opposition und Verbänden kommen fast täglich neue Vorschläge. Auch die Regierungspartei FDP präsentierte am Mittwoch einen „Blumenstrauß von Ideen“, wie es Parlamentsgeschäftsführer Jörg Bode formulierte.

In der Debatte um die Zukunft der Haupt- und Realschulen lehnen die Liberalen eine neue Schulform ab. „Man kann Schulen nicht einfach am Reißbrett hin- und herschieben“, sagte Bode in Hannover. Die Verzahnung von Haupt- und Realschulen sei aber ausbaufähig. Für die FDP heißt das unter anderem, dass gute Hauptschüler auch Unterricht an Realschulen besuchen können. Bode verwies darauf, dass die Schülerzahlen an Hauptschulen nicht in allen Kreisen sinke.

Die CDU hat sich für eine stärkere Kooperation von Haupt- und Realschulen ausgesprochen. Die SPD fordert ein zweigliedriges System aus Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Grüne und Linke machen sich für die Gesamtschulen stark. Die Lehrergewerkschaft GEW kritisierte die Koalitions-Pläne und das Zwei-Säulen-Modell der SPD. „Eltern und Kommunen setzen auf Integrierte Gesamtschulen mit direktem Weg zum Abitur“, erklärte Landeschef Eberhard Brandt.

Die FDP will auch das Lehramtsstudium reformieren. Sie fordert eine Aufnahmeprüfung und ein Praktikum für Lehramtsstudenten vor dem Studium. „Wir wollen die besten Lehrer für unsere Kinder“, sagte FDP-Wissenschaftsexperte Christian Grascha. Zudem möchte die FDP einen eigenen Studiengang für angehende Grundschullehrer. Um die Unterrichtsversorgung in den kommenden Jahren zu sichern, soll freiwillige Mehrarbeit von Lehrern zusätzlich vergütet werden. „Wir haben die Option, neue Lehrer einzustellen“, sagte Bode. In Mangelfächern gebe es allerdings keine Bewerber.