HANNOVER - Knapp 25 500 Schüler beginnen ihre Prüfungen. Die Klausuren werden von den jeweiligen Schulen bewertet.

Von Marco Seng,

Redaktion Hannover

HANNOVER - Für knapp 25 500 Gymnasiasten in Niedersachsen wird es ab heute ernst. Die Abiturprüfungen an rund 400 Schulen beginnen. Für die Lehrer läuft der Countdown bereits seit gestern um 15 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten Prüfungsaufgaben auf dem niedersächsischen Bildungsserver freigeschaltet. Die Schulleiter konnten die streng geheimen Unterlagen mittels eines Passworts aus dem Internet herunterladen. Das sei ein „Quantensprung der Ökonomisierung“, jubelten Experten. In Bayern müssten zehn Tonnen Papier verschickt werden. Es war nicht die einzige Premiere.

Erstmals gibt es landesweit an allen Gymnasien, Gesamtschulen und Berufsschulen ein Zentralabitur. Alle Schüler bekommen einheitliche schriftliche Aufgaben gestellt. Die zuständige Fachkommission musste 154 Vorschläge ausarbeiten, um allen Schulformen, Fächern und den Nachschreibern gerecht zu werden. Das Kultusministerium erhofft sich durch das Zentralabi einen größeren Wettbewerb zwischen den Schulen. „Die Vergleichbarkeit der Aufgaben ist das entscheidende“, sagte Ministeriumssprecher Heiner Hoffmeister. Im Gegensatz zu Baden-Württemberg werden die Klausuren allerdings nicht von einer zentralen Kommission, sondern von den jeweiligen Schulen bewertet.

Nicht nur bei den Schülern herrschte vor dem Tag X eine gewisse Nervosität. Ein bisschen spannend sei es für die Lehrer schon gewesen, erklärte der Vorsitzende des Philologenverbandes Guillermo Spreckels. Er begrüßte zwar das Zentralabitur, kritisierte aber die unzureichende Vorbereitung der Lehrer. Man habe Hinweise auf Schwerpunkte bekommen, aber keine Musterarbeiten. Dagegen bekräftigte die Lehrergewerkschaft GEW ihre ablehnende Haltung. Die Schulen würden eingeengt.

Ministerium und Schulen hoffen, dass es keine Pannen wie bei den Testläufen gibt. Wenn Aufgaben durch Unachtsamkeiten von Lehrern vorab bekannt würden, wäre das der Super-Gau, hieß es. Die Schüler haben andere Sorgen: zum Beispiel heute Deutsch, morgen Englisch und am Sonnabend Mathe.