HANNOVER - Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) hat nach zwei Jahren im Amt eine positive Bilanz seiner Schulpolitik gezogen. So sei die Schulabbrecherquote in den vergangenen Jahren von 10,4 auf 5,9 Prozent gesunken, sagte Althusmann in Hannover. Er will Bürokratie in den Schulen abbauen. „Niedersachsen ist bildungspolitisch hervorragend aufgestellt.“ Die Opposition, aber auch Lehrer und Eltern sehen das in vielen Punkten anders.

Althusmann erklärte, Niedersachsen beschäftige mit 87 000 Lehrern trotz zurückgehender Schülerzahlen so viele Lehrer wie nie zuvor. Die Unterrichtsversorgung sei hoch, es fielen kaum Stunden aus. Hier erntet der Minister noch den wenigsten Widerspruch.

Die Lehrpläne hält Althusmann nicht für überfrachtet, will allerdings durch eine Fortbildung der Lehrer die Unterrichtsabläufe weiter verbessern. Für seine Behauptung, die Schulleiter seien durch die neue Arbeitszeitverordnung entlastet worden, gab es heftige Schelte vom Schulleitungsverband für den CDU-Politiker.

Die Einführung der Oberschule wertet Althusmann als größten Erfolg seiner Amtszeit. Er rechnet im kommenden Schuljahr mit „deutlich mehr als 200 Oberschulen“.

Die Opposition, der Landeselternrat und die Lehrergewerkschaft GEW bemängeln dagegen eine klare Benachteiligung der Gesamtschulen, die schwerer zu gründen und schlechter ausgestattet seien. Die Opposition sieht auch die 1500 Ganztagsschulen, die Althusmann stolz erwähnt, als Mogelpackung, weil die meisten personell und finanziell schlecht ausgestattet seien.

Weitere Streitpunkte sind der geplante Krippenausbau und die Einführung der inklusiven Schule.