HANNOVER - Kleinere Klassen, zusätzliche Gesamtschulen, bessere Pädagogenausbildung – die Lehrergewerkschaft GEW fordert von der CDU/FDP-Landesregierung mehr Investitionen in die Bildung. Bei der Landesdelegiertenversammlung am Dienstag in Hannover sprach sich die GEW unter anderem dafür aus, die Klassengröße auf 20 Schüler in den Grundschulen und 25 Kinder in den weiterführenden Schulen zu verringern. In der Oberstufe sollen etwa in den Naturwissenschaften auch kleinere Kurse möglich sein. Laut GEW haben Gymnasial-Klassen im Schnitt mehr als 31 Schüler.

Der wiedergewählte GEW-Landeschef Eberhard Brandt kritisierte, dass die Regierung immer noch zu wenig gegen den Lehrermangel unternehme. „Wenn man den Nachwuchs nicht sichert, werden die Klassen ab 2011 noch größer.“ Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) hatte wiederholt angekündigt, dass die Klassengröße nach dem doppelten Abiturjahrgang 2011 sinken soll. Laut GEW verfolgen andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen dieses Ziel früher und ehrgeiziger.

Brandt warf der Regierung „Rosstäuscherei“ bei der Referendarsausbildung vor. Er sprach von teilweise „katastrophalen Arbeitsbedingungen“. Es gehe nicht nur um die Quantität, sondern auch um die Qualität der Referendarsplätze.

Bei den Gesamtschulen sieht Brandt den Streit in Oldenburg als „Spezialfall“. An anderen neuen Standorten gebe es weniger Stress. Der GEW-Chef verwies allerdings darauf, dass es häufig zu Abspracheproblemen zwischen Kommunen und Schulbehörden komme. Brandt rechnet mit der Genehmigung von 15 bis 20 neuen Gesamtschulen zum kommenden Schuljahr.

Bei ihren Forderungen nach mehr Gesamtschulen in Niedersachsen sieht die GEW den Landeselternrat und die kommunalen Spitzenverbände auf ihrer Seite.