HANNOVER - HANNOVER/SE - Eltern werden fit gemacht für die Schule. Landesweit startet in diesen Tagen ein Projekt, das rund 12 000 Eltern auf die Arbeit in den Schulvorständen vorbereitet soll. Das neue Gremium ist Teil der Eigenverantwortlichen Schule, die ab dem 1. August in Niedersachsen eingeführt wird. Eltern haben dann wie Schüler ein größeres Mitspracherecht bei Entscheidungen der Schulen.

„Auf die Eltern kommt eine große Verantwortung zu“, sagte der Chef des Landeselternrats, Heinz-Jürgen Schmieding, in Hannover. Eltern müssten für die künftige Mitarbeit in Schulvorständen optimal gerüstet sein, erklärte Kultusminister Bernd Busemann (CDU). Das Ministerium unterstützt das Projekt mit 55 000 Euro.

Die Eltern sollen unter anderem in den Bereichen Personalwesen, Haushaltsrecht und Projektmanagement ausgebildet werden. „Sie müssen die gesetzlichen Grundlagen kennen“, betonte Schmieding. Der Plan sieht vor, zunächst etwa 120 hochqualifizierte Eltern als Trainer zu schulen. Sie sollen ihre Kenntnisse im kommenden Schuljahr an andere Eltern und Schüler weitergeben. Der Landeselternrat will auch rund 7000 Schüler für die Vorstandsarbeit ausbilden. „Wir stehen kurz vor dem Durchbruch einer landesweiten Elternausbildung, die wir nachhaltig installieren wollen“, so Schmieding.

Der Schulvorstand besteht zur Hälfte aus Lehrern und je zu einem Viertel aus Schülern und Eltern. Während die Gesamtkonferenz nur noch über pädagogische Fragen wie Benotung, Klassenarbeiten oder Hausaufgaben entscheidet, soll der Schulvorstand unter anderem für die Verwendung der Haushaltsmitteln, die Gestaltung der Stundentafel, Schulpartnerschaften, Werbung und Sponsoring verantwortlich sein. Die Neuregelung war bereits zum 1. August 2006 in Kraft getreten, wird aber erst in diesem Sommer in die Praxis umgesetzt.

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