HANNOVER - HANNOVER/SE - Die Gesamtschulen sehen sich in ihrer Kritik an der Landesregierung bestätigt. Nach einer Erhebung des niedersächsischen Gesamtschulverbandes sind es vor allem Schüler mit Realschulempfehlung (44 Prozent), die in der fünften Klasse an die Gesamtschulen kommen. Verbandschef Gerd Hildebrandt (Wilhelmshaven) warf Kultusminister Bernd Busemann (CDU) vor, mit falschen Zahlen bei der Schülerzusammensetzung zu operieren. Laut Hildebrandt fehlen in Niedersachsen 2000 Plätze in den Gesamtschulen. „Das Gründungsverbot für Gesamtschulen muss endlich aufgehoben werden.“ Die Grünen und die Lehrergewerkschaft GEW schlossen sich der Forderung an. Busemann schaffe es nicht, die bei Eltern beliebte Schulform zu diskreditieren, erklärte die Grünen-Schulexpertin Ina Korter (Nordenham).
Der Minister wies die Vorwürfe zurück. An einigen Gesamtschulen sei die Zahl der Kinder mit Hauptschulempfehlung zu hoch, sagte er dieser Zeitung. Busemann lehnt Neugründungen weiter strikt ab. Die bestehenden Gesamtschulen könnten aber ihre Kapazitäten erweitern.
