Hannover - Lehrer, Schüler und Eltern fordern Klarheit, wann und wie es an Niedersachsens Schulen in der Corona-Krise weitergeht. Die Experten der Wissenschafts-Akademie Leopoldina hatten am Montag empfohlen, Schulen „so bald wie möglich“ wieder zu öffnen – angefangen bei Grundschulen sowie Unter- und Mittelstufen, weil die jüngeren Schüler am meisten Betreuung benötigten. Das Robert Koch-Institut schlug am Dienstag hingegen vor, Schulen zuerst wieder für die höheren Jahrgänge zu öffnen, weil Jugendliche Abstandsregeln besser einhalten könnten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. An diesem Mittwoch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs über das Vorgehen beraten.
In Nordrhein-Westfalen sollen die Schulen nach den Osterferien schrittweise wieder öffnen. Eine Woche später könnten die ersten Kita-Kinder folgen und wieder in die Betreuung kommen dürfen, teilte die Landesregierung am Dienstag in Düsseldorf mit.
Auch in Niedersachsen wollen die Eltern wissen, wie es weitergeht – nicht zuletzt, weil viele von ihnen berufstätig sind. Das öffentliche Rätselraten sei nicht hilfreich, sagte die Vorsitzende des Landeselternrats, Cindy-Patricia Heine.
Es erscheint unwahrscheinlich, dass alle Schüler am 20. April wieder zum Unterricht gehen können. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hält das nur schrittweise für umsetzbar. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) müsse „die Mauer des Schweigens durchbrechen und Klarheit schaffen“, sagte VBE-Landeschef Franz-Josef Meyer. Die Landesvorsitzende der Lehrer-Gewerkschaft GEW, Laura Pooth, lehnt eine Verlängerung des Schuljahrs ab.
