HANNOVER - Die Gewaltexzesse an der Kopernikus-Hauptschule in Garbsen bei Hannover haben bereits kurz nach Bekanntwerden zu ersten Maßnahmen geführt.

Die Polizei werde Präventionsgespräche in den betroffenen Klassen führen, sagte die Schul- und Sozialdezernentin von Garbsen, Iris Metge, nach einem Krisengespräch am Donnerstag. Ab sofort werde zudem der Streifendienst vor der Schule verstärkt. Allerdings habe die Stadt als Schulträger „keine Absicht, die Schule zu einem Hochsicherheitstrakt auszugestalten“, sagte Metge.

Mehr Polizeipräsenz, Videokameras, eine Ausweispflicht und eine bessere Abzäunung und Ausleuchtung des Schulgeländes hatte Schuldirektor Albert Seufer verlangt. Die Polizei bestätigte, es komme an der Schule zu Straftaten. „Die Situation hat sich zugespitzt“, sagte Susanne Strätz, Sprecherin der Landesschulbehörde. Deswegen gebe es bereits eine besondere Unterstützung mit zusätzlichen Unterrichtsstunden, einer Sozial-Pädagogin und einer Sprachförderung an der Schule. „In der jüngeren Geschichte gab es Disziplinlosigkeiten, seit einiger Zeit aber gibt es gehäuft Probleme mit einer kleinen Schülergruppe.“

Der in Niedersachsen bisher beispiellose Vorgang erinnert an Zustände in Berlin-Neukölln, wo seit 2007 an mehr als ein Dutzend Schulen private Wachdienste engagiert sind. Zuvor hatte es auch dort schwerwiegende Gewaltvorfälle gegeben.

Im Garbsener Problemstadtteil Auf der Horst vor den Toren der Landeshauptstadt ballen sich soziale Probleme, ein hoher Ausländeranteil und Sprachprobleme machen schon an den Grundschulen die Arbeit schwer. „Es ist eher ein gesamtgesellschaftliches Problem“, räumt die Sprecherin der Landesschulbehörde, Susanne Strätz, ein.

Der Landeschef der Lehrergewerkschaft GEW, Eberhard Brandt, sieht kein generelles Gewaltproblem in Hauptschulen. „Die Schulen sind immer noch die friedlichsten Orte im Leben der Schüler“, sagte Brandt dieser Zeitung.