HANNOVER - Mobbing unter Schülern wird durch das Internet nach Einschätzung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt folgenschwerer, als es Hänseleien in früheren Jahren waren. „Das Mobbing nimmt nicht unbedingt zu, aber die Formen haben sich verändert und sind für die Jugendlichen schwerwiegender“, sagte Jugendschutzreferentin der Medienanstalt, Sabine Mosler.
Die Verbreitung und die Nachhaltigkeit von Mobbing im Internet seien größer. Und Attacken, die einmal im Netz gelandet seien, ließen sich dort so schnell nicht entfernen. „Die Wirkung ist bedeutend stärker.“
Die Jugendschützerin koordiniert die Onlineplattform der Medienanstalt für junge Leute zum Thema Internet. 70 Prozent der Anfragen auf der vor zwei Jahren gestarteten Plattform beträfen Mobbing, sagte Mosler. „Das ist das Hauptproblem.“ Mobbing im Internet und Mobbing in der Schule stünden dabei oft in direktem Zusammenhang. „Viele Jugendliche sind technisch sehr versiert und haben mehr Ahnung als Erwachsene; bei der Einhaltung der Persönlichkeitsrechte oder des Datenschutzes fehlt ihnen die Erfahrung und oft auch das Unrechtsbewusstsein.“
Genau dies sei Thema der Online-Beratung auf der Plattform, zu der bundesweit 60 Altersgenossen zu Scouts ausgebildet wurden, sagte die Jugendschutzreferentin. Monatlich nutzten inzwischen rund 4000 junge Leute das Angebot.
Ergänzt wird die Beratung nun um eine weitere Plattform, auf der Jugendliche eigene Projekte zu Themen wie Cyber-Mobbing, Abzocke oder Datensicherheit präsentieren können.
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