Hannover/Oldenburg - Niedersachsens Schülerinnen und Schüler müssen während des Unterrichts keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Das stellte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag im Landtag klar. Für die Schülerbeförderung gelte dagegen ab Montag die Maskenpflicht.

An diesem Freitag will die niedersächsische Landesregierung ihre neue Verordnung zu den sogenannten Alltagsmasken präsentieren. Im öffentlichen Nahverkehr sowie beim Einkaufen soll es von Montag an eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes geben.

Ursprünglich hatte es die Landesregierung bei einer „dringenden Empfehlung“ belassen wollen, stand aber zunehmend unter Druck, nachdem einzelne Orte wie Osnabrück, Wilhelmshaven oder Braunschweig vorgeprescht waren.

Tonne zufolge haben die Schulen im Land am Donnerstag einen Muster-Hygieneplan erhalten. In dem zehnseitigen Papier heißt es, dass in den Pausen ein Mund-Nase-Schutz getragen werden kann, aber nicht von der Schule gestellt werden muss. Masken im Klassenraum sind nicht erforderlich, da der Sicherheitsabstand von 1,50 Metern gewährleistet sein muss.

Im Schulalltag müsse der Infektionsschutz Vorrang haben. So sollten Schülerinnen und Schüler nur nacheinander die Toiletten nutzen, erklärte Tonne vor dem Landtag.

Der Musterplan des Kultusministeriums soll die schuleigenen Hygienepläne ergänzen. Er sei die Grundlage dafür, dass ein regulärer Unterricht auch unter Corona-Bedingungen stattfinden kann.

Die Polizei stimmt sich nach Angaben eines Sprechers gerade mit dem Innenministerium ab, inwiefern sie gefordert ist, um die Maskenpflicht durchzusetzen. Die Fragen betreffen unter anderem das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Bankfilialen oder während der Autofahrt. So könnte die Maske bei einem „Blitzerfoto“ das Überführen eines Temposünders erschweren.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent