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Aktualisiert vor 36 Minuten.

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Eltern proben den Aufstand beim Einschulungstermin

26.08.2017

Hannover Junge Eltern proben den Aufstand für ihre Kinder: Über 20.000 Niedersachsen fordern in einer Petition an Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) eine Änderung des Einschulungstermins. Unter der Überschrift „Stoppt die Früheinschulung mit fünf in Niedersachsen“ plädieren Lehrer, Ärzte und Eltern dafür, den Stichtag vom 30. September auf den 30. Juni vorzuverlegen. Aktuell gilt: Im Schuljahr 2017/2018 sind alle Kinder schulpflichtig, die zwischen dem 1. Oktober 2010 und 30. September 2011 geboren wurden. Viele Fünfjährige seien schlicht überfordert in der Schule, betont Petitions-Initiatorin Anne-Mareike Kahrs.

Zu hohe Anforderungen führten oft zu Misserfolgserlebnissen und Frust, kritisieren Eltern die Zwangseinschulung selbst von Fünfjährigen. Eine Rückstellung von der Einschulung sei „nicht oder nur sehr schwierig möglich“, klagen Betroffene.

Die Landesregierung prüft bereits eine Verschiebung des Einschulungstermins. Tatsächlich war der 30. Juni bis 2008 gängige Praxis in Niedersachsen. Erst danach wurde auf den 30. September umgestellt, nachdem die Kultusministerkonferenz den Ländern freie Hand gelassen hatte. Auch in Bayern, NRW und Baden-Württemberg gilt der Stichtag 30. September. Acht Länder halten am 30. Juni fest.

SPD-Fraktionschefin Johanne Modder kämpft für eine Rückkehr zum alten Stichtag 30. Juni – mit der Möglichkeit, „Kann-Kinder bis zum 30. September einzuschulen, wenn es die Eltern wollen“. „Wir sollten die Kinder möglichst lange Kinder sein lassen“, fordert Modder (Bunde) im Gespräch mit der NWZ. „Wir brauchen keine Turbo-Einschulung, nachdem das Turbo-Abitur wieder abgeschafft wurde“, betont die Fraktionschefin, die eine Änderung des Schulgesetzes vorschlägt. „Möglichst mit breiter Mehrheit und allen Landtagsparteien“, betont Modder, die keinen Streit um Einschulung auf dem Rücken der Kinder austragen will. „Aber der Elternwille ist klar“, so Modder.

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Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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