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SCHULBEGINN Minister sieht Unterricht gesichert

MARCO SENG REDAKTION

HANNOVER - Die Schülerzahlen sinken, die Unterrichtsversorgung liegt rechnerisch bei über 100 Prozent, der Ansturm auf die Gymnasien setzt sich fort. Kultusminister Bernd Busemann (CDU) sieht Niedersachsens Schulen gerüstet für das neue Schuljahr, dass an diesem Donnerstag für insgesamt 970 000 Schüler beginnt. „Die Unterrichtsversorgung ist an allen Schulformen gesichert“, sagte Busemann am Mittwoch in Hannover. Alle frei werdenden Lehrerstellen würden wiederbesetzt. Die Opposition warnte dagegen vor überfüllten Klassen und Stundenausfällen.

Nach den Prognosen der Schulen werden wieder rund 42 Prozent der Kinder nach der Grundschule auf ein Gymnasium wechseln. Auch der Zuspruch für Real- und Hauptschulen liegt danach auf dem Vorjahresniveau. Bei Gymnasien und Hauptschulen weichen die Zahlen erneut deutlich von den Empfehlungen der Lehrer ab. Busemann will am „freien Elternwillen“ aber nicht rütteln.

Der Minister versprach, trotz weiter sinkender Schülerzahlen keine Lehrerstellen zu streichen. Er beklagte aber, dass es in einigen Fächern wie Latein, Physik oder Chemie „gravierende Probleme“ gebe, genügend Lehrer zu finden.

Die Opposition kritisierte deswegen, Busemann versuche mit „Rechentricks die wahre Situation an den Schulen zu verschleiern“. Grünen-Fraktionsvize Ina Korter (Nordenham) bezeichnete die Schulstruktur als „Reformruine“. Die SPD sprach sich dafür aus, wieder kostenlose Schulbücher einzuführen. Lehrerverbände forderten mehr Personal für die Schulen und warnten vor weiteren Reformen.

Busemann erwartet an den Gymnasien wegen der hohen Stundenzahl eine Diskussion darüber, den Sonnabend wieder als Schultag einzuführen. „Das ist nicht verboten.“ Jede Schule könne darüber „selbst entscheiden“.

Zahlen und Fakten zum Schulanfang in Niedersachsen

Zum Unterrichtsbeginn

werden rund 970 000 Schüler an den allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen erwartet –

13 000 weniger als im Vorjahr. Bis 2010 wird die Schülerzahl wegen der geburtenschwachen Jahrgänge voraussichtlich auf 930 000 sinken.

Einen besonders starken Rückgang

verzeichnen die Grund- und Hauptschulen. 42,1 Prozent der ehemaligen Grundschüler wechseln auf Gymnasien, 37,5 Prozent auf Realschulen, 14,9 Prozent auf Hauptschulen und 4,9 Prozent auf Gesamtschulen. Die Nachfrage nach Gesamtschulen ist höher, es gilt aber ein Gründungsverbot.

Die Unterrichtsversorgung

liegt rechnerisch bei 100,5 Prozent. 2100 Lehrkräfte sollen neu eingestellt werden, 400 Stellen werden nicht wie geplant gestrichen. Unter der Telefon-Hotline 0511/1207216 können Schulen, Lehrer und Eltern bei Lehrerausfall Hilfe anfordern.
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