HANNOVER - Die Versorgung liege derzeit bei 99,5 Prozent. Das sei ein sehr guter Wert, erklärte der Minister.

von marco seng,

redaktion hannover

HANNOVER - In Niedersachsen häufen sich die Beschwerden von Eltern über den Unterrichtsausfall an Schulen. Lautstarke Proteste gegen die Schulpolitik der Landesregierung gibt es vor allem in Hannover. Kultusminister Bernd Busemann (CDU) kann die Aufregung nicht verstehen. Nach seinen Angaben liegt die Unterrichtsversorgung trotz zahlreicher Probleme bei 99,5 Prozent. Das sei angesichts der Einsparauflagen ein sehr guter Wert, sagte Busemann, der am Mittwoch in Hannover die jüngsten Zahlen aus dem September vorlegte. Danach liegt der Durchschnitt in Weser-Ems sogar bei 100,2 Prozent.

„Beim aktuellen Elternprotest geht es um gefühlte Werte“, erklärte der Minister. Die Situation sei Anfang dieses Jahres viele dramatischer gewesen als jetzt. Busemann räumte allerdings ein, dass es fächerspezifische und regionale Engpässe gibt. Zu den Mangelfächern zählen Latein, Physik, Musik und Kunst. In diesen Bereichen lohne das Lehramtsstudium, betonte der Minister. Regionale Sorgen gibt es offenbar in Lüneburg und an der Küste. Doch auch in Hannover oder Braunschweig sinkt die Unterrichtsversorgung etwa an den Gymnasien bedenklich. Busemann warf den Schulen vor, dass die Probleme in mehr als 80 Prozent der Fälle hausgemacht seien. Der Minister peilt für das nächste Jahr die 100-Prozent-Marke an. Zum 1. Februar 2006 könnten alle frei werdenden 700

Lehrerstellen besetzt werden. Zusätzlich würden weitere 300 Lehrkräfte aktiviert.

Die Opposition warf Busemann vor, die Eltern für dumm zu verkaufen. Es gebe an den Schulen einen massiven Unterrichtsausfall, kritisierte die SPD-Schulexpertin Ingrid Eckel. Schuld daran seien nicht Lehrer, Eltern oder SPD, sondern die Landesregierung. Das Ministerium schöne die Statistiken. Auch die Grünen sprachen von Zahlentricks. Busemann solle endlich zugeben, dass er seine Ziele nicht erreichen könne, so Ina Korter.

Das Ministerium vermeldet unterdessen Erfolge im Kampf gegen das Schulschwänzen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schulen, Jugenddiensten und Polizei schrecke Jugendliche vom Schwänzen ab. Das zeigten die Ergebnisse eines Modellprojektes, das in Hannover vorgestellt wurde.