HANNOVER - Niedersachsen prüft eine Staatsausbildung von Imamen, um Hasspredigten und radikalen Tendenzen in Moscheen zu begegnen. Den Vorbetern, die von den Moscheevereinen nach Deutschland geholt werden, sollen nach Vorstellung von Innenminister Uwe Schünemann (CDU) einjährige Schnellkurse sowie ein dreijähriger Studiengang angeboten werden. Möglicherweise könnten die Imame auch als Religionslehrer arbeiten.
Viele der Vorbeter kämen nur für wenige Jahre aus der Türkei nach Deutschland und hätten weder Sprach- noch Landeskenntnisse. Einjährige Kurse könnten Imamen auch Wissen über die anderen Religionen in Deutschland vermitteln. Der Studiengang solle zum Bachelor-Abschluss führen. Anknüpfen möchte Niedersachsen an gute Erfahrungen bei der staatlichen Ausbildung islamischer Religionslehrer, die an der Universität Osnabrück angelaufen ist.
