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Wissenschaft: Hörforscher für Zukunftspreis nominiert

13.09.2012

Oldenburg /Berlin Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Prof. Dr. Volker Hohmann (beide Universität Oldenburg, Exzellenzcluster „Hearing4all“) und Dr. Torsten Niederdränk (Siemens AG) sind von der Jury als eines von vier Teams für den renommierten Deutschen Zukunftspreis 2012 nominiert worden. Das gab das Bundespräsidialamt am Mittwoch in Berlin bekannt. Damit werden die herausragenden Entwicklungen des Teams im Bereich der Hörsysteme gewürdigt.

Der renommierte Wissenschaftspreis wird vom Bundespräsidenten an besonders erfolgreiche Arbeiten aus dem Bereich Technik und Innovation verliehen, die herausragende Ergebnisse in der Wissenschaft erreichen und zu zukunftsprägenden Produkten führen. „Die Nominierung ist eine große Ehrung für uns. Wir freuen uns, dass die Jury unsere Entwicklung, die vielen schwerhörenden Menschen helfen wird, mit dieser Nominierung honoriert“, sagte Kollmeier. Bei dem Projekt geht es um das Zusammenspiel beider Ohren beim Hören. Es soll auch bei der Hörgeräteversorgung berücksichtigt werden.

Bis in die 90er Jahre waren Hörsysteme primär auf die Versorgung jedes einzelnen Ohrs ausgerichtet. Das Forscherteam um Kollmeier hat mit seinen Entwicklungen zu einem entscheidenden Umdenken in der gesamten Branche beigetragen. „Im ersten Schritt mussten wir zunächst die komplexen Abläufe des natürlichen Hörens verstehen und darauf aufbauend erste Rechenverfahren für Hörsysteme entwickeln, die diese Prozesse für Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung übernehmen“, beschreibt Kollmeier.

Der Physiker und Mediziner leitet unter anderem das Kompetenzzentrum HörTech, die Fraunhofer-Projektgruppe für Hör-, Sprach- und Audiotechnologie und ist einer der führenden Köpfe des Forschungs- und Entwicklungsnetzwerks „Auditory Valley“.

Die Uni Oldenburg gehörte im Juni zu den Gewinnern der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder: Der Exzellenzclusterantrag „Hearing4all“ (Hören für alle) wird für fünf Jahre mit einer Summe von 34 Millionen Euro gefördert. Kollmeier leitet das Projekt.

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Norbert Wahn Redakteur / Politikredaktion
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