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Interview „Auf doppelten Abi-Jahrgang vorbereitet“

Thomas Hellmold

Frage:

Frau Professorin Simon, Sie haben die berühmte 100-Tage-Frist noch nicht ganz erreicht. Dennoch: Wie ist nach zweieinhalb Monaten Ihr Eindruck von der Universität Oldenburg?

Simon:

Ich habe eine junge, dynamische, bewegliche und reformfreudige Universität vorgefunden. Sie hat sehr viele Potenziale und ist offen für neue Wege. Auf diesem Fundament lässt sich einiges bauen.

Frage:

Sie legen großen Wert auf lebenslanges Lernen. Wie wollen Sie das Thema Weiterbildung vorantreiben? Simon: Das Stichwort heißt „Offene Hochschule“. Die Universität muss künftig noch stärker neue Zielgruppen ansprechen, die bisher noch nicht so sehr im Fokus standen. Es geht also nicht allein um Abiturienten, sondern auch um Menschen, die eine Berufsausbildung absolviert haben und sich an der Hochschule weiter qualifizieren möchten. Hier gezielte Angebote zu machen, ist in der deutschen Hochschullandschaft keineswegs selbstverständlich. Die Universität Oldenburg ist da nach meiner Wahrnehmung schon sehr viel weiter als andere.

Frage:

Welche weiteren besonderen Stärken haben Sie in Oldenburg entdeckt?

Simon:

Insbesondere den Mut, in den verschiedensten Bereichen interdisziplinär zu forschen. Diese Notwendigkeit hat die Uni Oldenburg schon sehr früh erkannt und umgesetzt. Ein anderes spezifisches Merkmal, das mir sofort aufgefallen ist: Diese Universität ist tief verwurzelt in der Region. Das drückt sich nicht nur in der hohen Zahl von Studierenden aus dem Oldenburger Land aus, sondern zum Beispiel auch in einer starken Partnerschaft mit der regionalen Wirtschaft. Keine Frage – diese Universität ist eine wachsende Hochschule.

Frage:

Heißt das, Sie sehen langfristig wieder mehr Einschreibungen?

Simon:

Wir haben zurzeit rund 10 500 Studierende, und im gerade begonnenen Sommersemester die Zehntausendergrenze wieder deutlich überschritten. ich kann mir vorstellen, dass wir diese Größenordnung mittelfristig halten können. Perspektivisch müssen wir in Deutschland dafür sorgen, dass mehr junge Leute ein Hochschulstudium aufnehmen.

Frage:

Wie haben Sie sich auf den doppelten Abiturjahrgang 2011 vorbereitet?

Simon:

Die Uni ist darauf gut vorbereitet. Wir wissen das ja nicht erst seit gestern. Es wird genügend Studienplätze für den doppelten Jahrgang geben. Das sind wir schließlich den Eltern schuldig, denn sie möchten zu Recht die Gewähr, dass die Ausbildung ihrer Kinder gesichert ist.

Frage:

Die derzeitigen Studenten klagen über nicht zumutbare Belastungen seit der Umstellung auf das Bachelor/Master-System. Dürfen sie mit Nachbesserungen rechnen?

Simon:

Um es mal ganz deutlich zu sagen: Ich halte den Bologna-Beschluss – also die europaweite Umstellung von Magister- und Diplom-Abschlüssen auf ein einheitliches System – für absolut richtig. Wir brauchen einen einheitlichen europäischen Hochschulraum – auch um der internationalen Chancengleichheit willen. Aber Sie haben recht: Bestimmte Dinge müssen nachjustiert werden. Zum Beispiel ist es sicher nicht notwendig, jedes einzelne Modul abzuprüfen. Und die Betreuungssituation durch Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter muss weiter verbessert werden. Daran müssen wir konkret arbeiten.
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